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Himmelfahrt

Jesus «fuhr auf in den Himmel» – und was hab ich davon?

An Ostern bemalt man wenigstens Eier oder freut sich an den vielen Häschen, die einem aus den Schaufenstern fast entgegenspringen. Aber an Auffahrt? Himmelfahrt? Da gibt es keine Bräuche; nichts, das man «machen» könnte.

Sonnenstrahlen kommen aus Wolken
Quelle: unsplash.com

Kaum ein Feiertag lässt einen so hilflos und verlegen werden wie dieser. Eine eigene Ausfahrt, ja. Ins Grüne. Aber Auffahrt? In den Himmel? Man fühlt sich in die Rolle des Zuschauers versetzt: Sie mag zwar stattgefunden haben, aber das ist für die meisten nun wirklich etwas, das einen selber nicht gross berührt.

Den Leuten, die das damals miterlebt hatten, war es genauso ergangen. Sie waren einfach daneben gestanden und haben nach oben geguckt. Anscheinend haben sie vor Staunen den Mund nicht mehr zubekommen. Denn ein Engel musste sie erst wieder in die «Realität» zurückholen: «Was steht ihr da und blickt zum Himmel?» (Die Bibel, Apostelgeschichte, Kapitel 1, Vers 11).

Kraftloser Alltag

Was war passiert? Anderthalb Monate zuvor – genau 40 Tage vorher, an Ostern – war Jesus auferstanden. Seitdem galt für seine Nachfolger weder hüh noch hott: Er war zwar irgendwie wieder da, aber sie hatten nicht viel davon. Einige von ihnen waren in der Zwischenzeit sogar in ihre alten Berufe zurückgekehrt. Aus der Jüngergruppe war eine Fischereigenossenschaft am See Genezareth geworden, nachzulesen am Anfang vom Johannesevangelium, Kapitel 21. Dann kam der Befehl, wieder nach Jerusalem zurückzukehren, weil bald etwas Wichtiges passieren würde: Von einer neuen «Kraft von oben» war die Rede und dass sie dann in der ganzen Welt von ihm erzählen würden (Apostelgeschichte, Kapitel 1, Vers 8).

Was soll man dazu sagen? Was sollten sie dazu sagen? Nichts haben sie rausgebracht. Und dann ist Jesus auch noch vollends verschwunden. «Eine Wolke nahm ihn auf, aus ihren Augen fort.» Sprachlosigkeit und Betretenheit also schon damals. – Aus den Augen, aus dem Sinn? Aus den Augen ja, aus dem Sinn nicht. Denn jetzt wussten sie ja, dass es weitergeht und wie's weitergeht, nämlich mit «Kraft von oben».

Auffahrt macht sprachlos und ein bisschen auch betreten. Man kann nur «zuschauen», was ohne einen abläuft. Aber man kann noch etwas Zweites: Es akzeptieren und mit etwas Neuem rechnen.

Kraftvolle Hoffnung

Was wäre damit gewonnen? Dasselbe wie damals: eine Hoffnung. Denn das Entscheidende im christlichen Glauben geschieht immer so, dass der Mensch zunächst gar nichts damit zu tun hat. Gott schafft die Welt, weil er sich das so vorgenommen hat. Er erwählt das Volk Israel, weil er mit ihm Geschichte machen will. Er schickt Jesus, weil es so nicht weitergehen kann. Er erweckt Jesus von den Toten auf, damit diese Todesmacht an ihm, dem Gottessohn, einmal exemplarisch gebrochen wird. Und er nimmt Jesus wieder auf in den Himmel – weil ihm jetzt die Herrschaft gehört.

Das Entscheidende also macht zunächst Gott selber. Aber wir sind deswegen nicht blosse Zuschauer; so wenig wie das Volk Israel «zugeschaut» hat, als es aus Ägypten herausgeführt wurde. Irgendwann hiess es: «Gleich geht's los. Der Weg ist frei! Stellt euch drauf ein.» Nichts anderes geschah bei der sogenannten Himmelfahrt von Jesus, der Rückkehr zu seinem Vater. «Gleich geht's los. Denn mir gehört jetzt die Macht über Leben und Tod. Mein Heiliger Geist ist diese Macht. Diese Kraft wird bald eure Kraft sein.»

Der Weg ist frei

Zwei Wege sind damit also versperrt, und ein dritter geht auf. Im Alltag mit dem normalen Leben weitermachen und Jesus als eine Episode aus der Vergangenheit betrachten, das geht nun nicht mehr. An keiner Stelle ist jetzt mehr davon die Rede, dass die Jünger wieder fischen gegangen wären. Die Hoffnung auf mehr hatte sie dort herausgeschubst. Ebenfalls verwehrt ist der religiöse Weg. Sehnsüchtig nach oben schauen bringt nicht weiter. «Was steht ihr da und blickt zum Himmel?»

Zugesagt ist vielmehr etwas anderes: Gottes Kraft kommt herunter. Weil jetzt Jesus selber oben ist, «im Himmel», in dem Bereich, der uns alle «einhüllt». Denn das deutsche Wort Himmel kommt von Hülle: das uns Umgebende. Jesus im Himmel, uns umgebend, und seine Kraft zum Greifen nah.

Was blieb den Jüngern damals anderes übrig als genau darauf zu warten? Was wollten sie lieber machen als auf genau diesen Durchbruch zu hoffen? Und sie kam zehn Tage später an Pfingsten, jene Kraft. Und sie wird weiterhin kommen auf die, die sie erwarten. «Gleich geht’s los. Der Weg ist frei!» Seit jener Auffahrt.

Zum Thema:
Dossier zu Auffahrt
Himmelfahrt als Brückentag: Wo Himmel und Erde sich berühren
Auffahrt: Der Himmel der Bibel ist dort, wo Gott ist
Die zweite Entscheidung: Als Jesus den Apostel Petrus in Verlegenheit brachte


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