fbpx «Ich war im Gefängnis und ihr habt mich besucht» | Livenet Mobile
Selbstvergebung ist möglich

«Ich war im Gefängnis und ihr habt mich besucht»

Lyn Turner besucht seit Jahren Frauen in einem Gefängnis im australischen Queensland und bringt ihnen das Evangelium der Liebe und Vergebung. Die Idee dazu hatte sie, als ein Bekannter abschätzig über diese Leute sprach. Das seien ja «nur Verbrecher». Lyn sieht das etwas anders...

Lyn Turner
Quelle: www.eternitynews.com.au
Hände an einem Maschendrahtzaun
Quelle: Pixabay

«Ich dachte darüber nach, wie schnell wir Steine auf Menschen werfen, die am Rande stehen», erinnert sich Lyn Turner. «Ich dachte daran, wie es in biblischen Zeiten echte, harte Steine waren. Wir benutzen heute Worte als Steine. Doch diese Worte schmerzen ebenfalls.» Aber auf der anderen Seite können Worte der Liebe und des Mitgefühls so viel verändern. Lyn bringt den Insassinnen eines Frauengefängnisses im Südosten von Queensland als Freiwillige von «Inside Out Prison Chaplaincy» das Evangelium und erlebt dabei Erstaunliches.

«Hinter jeder Frau steht eine Geschichte»

«Hinter jeder Frau, die im Gefängnis sitzt, steht eine Geschichte und ein Grund, warum sie dort ist. Oftmals setzen sich Lebensmuster von einer Generation zur nächsten fort.» Christus aber könne diesen Kreislauf durchbrechen, ist Lyn überzeugt. Genau das erlebe sie auch immer wieder in ihrem Dienst.

Eine Frau besuchte beispielsweise die Gottesdienste, einzig um eine Abwechslung zu haben. Eines Tages blieb sie zurück und bat um Gebet. Sie lernte Gott hinter Gittern kennen. «Inzwischen ist sie entlassen worden und führt ein grossartiges Leben. Sie macht grosse Fortschritte im Glauben und sie ist nun eine wunderbare Mutter und ein eigenständiges Mitglied ihrer neuen Gemeinschaft.»

Der schwere Weg zur Selbstversöhnung

«Es ist ein Privileg, die Frauen im Gefängnis zu unterstützen und zu ermutigen, mit ihnen die Bibel zu lesen und mit ihnen zu beten. Ich bin jetzt in der Lage, ihnen Dinge zu erklären, die ich mir selbst gerne hätte erklären lassen, als ich jung war. Zum Beispiel, dass Gott uns alle liebt, ob wir nun im Gefängnis sind oder nicht.»

Für manche Frauen sei es schwer – auch wenn sie wissen, dass ihnen vergeben ist – sich selbst zu vergeben, besonders wenn sie ihre Familien verletzt haben. Ihre Botschaft an die Frauen sei dann jeweils diese: «Nichts ist zu schwer für Gott! Wenn jemand, der so rein ist wie Gott, uns vergeben kann, dann können wir uns selbst sicher auch vergeben.»

Voller Fragen

Sie entdeckte, dass die Vollzugsanstalten voller Menschen sind, die Antworten auf die grossen Fragen des Lebens suchen. Dies bemerkte auch Lyns Kollege Jason (der nur mit Vornamen genannt werden will), der Männer-Gefängnisse aufsucht. «Es gibt eine harte Kultur, die sagt: 'Wenn du Gott brauchst, ist das wie eine Krücke.' Und viele Jungs neigen dazu, sich eine harte Schale anzueignen und keine Schwäche zu zeigen.»

Doch das Gefängnis sei eine erstaunliche Umgebung, erklärt Jason, allein deshalb, weil man weit weg von den Ablenkungen ist. «So fangen viele an, die grossen Fragen zu stellen: 'Warum bin ich hier? Wie bin ich ins Leben gerufen worden? Wohin komme ich, wenn ich sterbe?'» Manche kommen und stellen diese Fragen heimlich.

Viele werden durch die Liebe verwandelt

Jason sah, wie sich viele Gefangene Christus zugewendet haben. Einer davon ist Lukas. «Er kam nur ein paarmal in den Gottesdienst und kicherte immer. Dann blieb er ein paar Monate fern. Doch plötzlich kam er regelmässig und sagte, Gott habe ihn durch die Bibel kraftvoll angesprochen. Nun gehört er zu den reifsten Christen im Gefängnis und hat bereits andere zu Jesus geführt.»

Bei Jason war es ein Wort aus der Bibel, das ihn in die Gefängnisseelsorge führte: «Ich erinnerte mich an Jesu Worte: 'Ich war im Gefängnis, und ihr habt mich besucht.' Und dann wird im Hebräer-Buch davon gesprochen, einander im Gefängnis zu besuchen, als ob man selbst dort wäre. Gott hat also ein Herz für die, die im Gefängnis sind.»

Und für Lyn ist klar: «Jesus suchte die Ausgegrenzten auf, die Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen – die Frau am Brunnen zum Beispiel. Das waren die Menschen, für die er Zeit hatte. Das sind die Menschen, denen er geholfen und denen er neues Leben geschenkt hat.»

Zur Webseite:
Inside Out Prison Chaplaincy

Zum Thema:
52 Anklagepunkte: Vom Gang-Mitglied und Mörder zum Pastor
Völlig verändert: «Ich gehöre jetzt zur Jesus-Gang»
El Salvadors Jugendgangs: «Nur mit Jesus kommst du hier raus»

Werbung
Webversion

Livenet Aktuell

Jubiläumsanlässe
«Hope-Stories» für Ihren Ort
Livenet interaktiv