fbpx «Wer nicht 3 Monate im Ausland war, kann keine Gemeinde leiten» | Livenet Mobile
Interkulturelle Kompetenz

«Wer nicht 3 Monate im Ausland war, kann keine Gemeinde leiten»

Weil die Schweiz mittlerweile sehr interkulturell geworden ist,

Celebration der SEA-Arbeitsgemeinschaft interkulturell (AGiK).
Quelle: Christian Bachmann
Darius Kuhl
Quelle: OMF
Markus Dubach
Quelle: OMF

«sollte niemand eine Gemeinde leiten, wenn er nicht mindestens drei Monate im Ausland war», sagt Markus Dubach, Missionsleiter der «Überseeischen Missions-Gesellschaft» (OMF). Es braucht heute auch in der Schweiz interkulturelle Kompetenz; die meisten Bibelschulen erlauben dreimonatige Auslandsaufenthalte. 

«Solche Kurzeinsätze können bei uns gemacht werden», erklärt Darius Kuhl, Mitarbeiter bei OMF. «Was gemacht wird, wird vor Ort entschieden. Unter anderem helfen Kurzzeiter bei Kinder- und Jugendprogrammen mit», sagt Markus Dubach weiter. «Oder sie helfen beim Deutschunterricht von Missionarskindern oder als Bauleute in einem Renovationsprojekt, in einem medizinischen Projekt oder bei Bauern, je nach Qualifikation. Es gibt für alle etwas zu tun – auch für ü50. Gleichzeitig wünschen wir auch, dass Kurzzeiter aus Asien in die Schweiz kommen, um Asiaten hier zu erreichen.» 

Ein Schwerpunkt der Mission ist die theologische Schulung. «Dies geschieht sowohl in traditionellen Bibelschulen. Gleichzeitig fördern wir Programme, wo die Leute vor Ort ihr Umfeld nicht verlassen müssen und in ihrem Beruf weiterarbeiten können. Oft übernimmt ein Buch die Aufgabe des Lehrers und eine Gruppe von Studierenden versammelt sich einmal pro Woche, um das Gelernte zu diskutieren und praktische Anwendungen zu erarbeiten. Theologische Bildung ist ein Schatz, zu dem wir durch qualifizierte Theologen aber auch durch Finanzen Wichtiges beitragen können.» 

«Keine europäische Mission mehr» 

«OMF ist keine europäische Mission mehr, eigentlich schon lange nicht mehr», erklärt Darius Kuhl. «Das Zentrum ist schon lange in Asien, genau in Singapur. Die Mitarbeitenden werden auch innerhalb von Asien durch Länder vor Ort ausgesandt. Doch die reiche Tradition des Westens und eine demütige Haltung von uns westlichen Mitarbeitenden helfen mit.» 

1865 gegründet, gelte es am Puls zu bleiben. «Es geht darum, herauszufinden, was die nächsten Projekte sein können und es gilt, auf Gott zu hören und zu prüfen, was für neue Wege da sind.» 

China mit Cäsar 

Von den Christen in Asien könne man Verschiedenes lernen, darunter die Leidensbereitschaft. «Zum Beispiel sehen wir in China, dass die Christen trotz grossem Druck nicht klagen», beobachtet Darius Kuhl. «Sie entdecken immer wieder neue Möglichkeiten, statt zu Jammern und zu Klagen. Würden sie nur auf die Restriktionen schauen, würden sie nichts tun.» 

In einer Gemeinde in China gingen beispielsweise Mitglieder vermehrt auf Arbeitskolleginnen und -kollegen zu. Daraus entstanden regelmässige Angebote für Interessierte. «Jede Woche kommen Leute, die unter der Hand eingeladen werden, ohne öffentliche Werbung. Jedem Gläubigen ist bewusst: 'Wenn ich es nicht tue, macht es niemand.' Was in der Bibel der römische Kaiser und seine Autorität war, ist heute die kommunistische Partei. Doch der Glaube hat Konsequenzen. So kann es für Christen schwierig sein, eine Arbeitsstelle zu finden und oder ihren Kindern wird der Zugang zu einer guten Schule verwehrt.» 

Doch auch die OMF steht vor Herausforderungen, meint Darius. «Für mich ist die Frage: Lernen wir jetzt freiwillig und proaktiv oder werden wir später von aussen gezwungen? Gerade was echte Zusammenarbeit unter christlichen Werken betrifft, ist wenig Freiwilligkeit zu sehen.» 

Schlafen in Mitteleuropa 

«Etwas, das mich in unserer Arbeit bewegt: Manchmal sehen wir Krankheit oder ein Ausgebranntsein auf dem Feld. Das Gebet um den Schutz unserer Mitarbeiter von den Anfeindungen und Manifestationen des Bösen ist wichtig», sagt Markus Dubach. «Für mich als Leiter ist es schwer, wenn Menschen 'zu früh' zurückkommen, denn sie haben viel investiert und sich Kultur- und Dienstkompetenz sowie die lokale Sprache angeeignet.» 

Wenn man die Freude der asiatischen Christen sehe, so Darius Kuhl, wirke es, «als würden wir Christen hier in Mitteleuropa schlafen – und das, obschon wir einen wahnsinnigen Schatz haben, dass es eigentlich nur so aus unserem Mund heraussprudeln sollte… Es gibt sicher Punkte, wo wir lernen dürfen.»

Zur Webseite:
OMF

Zum Thema:
Trotz fehlender Bibeln: Chinas Kirchen wachsen und entwickeln sich weiter
China verstehen?: China-Apéro 2018 von SAM global und OMF
Moderne Mission: Von Hudson Taylor bis zur WhatsApp-Gruppe

Werbung
Webversion