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An die gespaltenen USA

Tim Keller: «Hört auf, euch gegenseitig zu dämonisieren»

In einem guten Monat sind in den USA Präsidentschaftswahlen. Einer der prominentesten Pfarrer hat jetzt seine Landsleute aufgerufen, das Land nicht noch tiefer zu spalten.

Timothy Keller
Quelle: Pinterest

Sie sind geteilter Meinung über fast alles: Covid-19, Black Lives Matter, die Wirtschaft und Abtreibung. Das unselige Zwei-Parteien-System in den USA einerseits und der nicht gerade versöhnliche gegenwärtige Präsident haben wie kaum je zuvor die Bevölkerung gespalten und führen zu erbitterten, teils gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Der bekannte Autor Tim Keller ist Gründer und Pastor der Redeemer Presbyterian Church in Manhattan, New York, die wiederum 250 Gemeinden in 48 Städten aufgebaut hat. Tim Keller kämpft selbst mit Krebs und hat jetzt seine Landsleute im Vorfeld der Wahlen zu «mehr Gnade» aufgerufen, besonders die Christen.

Dämonisierung und Entmenschlichung

In einem Tweet erklärte Keller: «Die Dämonisierung und Entmenschlichung der anderen Seite muss aufhören.» Besonders zeigt sich der Autor frustriert, wenn Christen ihre Sprache und Wortwahl nicht beherrschen: «Wenn bekennende Christen so reden, ist es dreimal falsch.»

Keller zitiert den Brief an seinen Namensvetter, 2. Timotheus Kapitel 2, Verse 24-26: «Ein Knecht des Herrn darf nicht zänkisch sein, sondern stattdessen soll er freundlich zu allen sein, fähig zu lehren und nicht nachtragend.» Menschen gegenteiliger Meinung müssten also «sanft instruiert werden, in der Hoffnung, dass Gott ihnen Umkehr und die Erkenntnis der Wahrheit schenkt», so Keller. «Jeder Mensch kommt zu kurz, wenn es um Gottes Massstäbe geht, und es ist eine zentrale Wahrheit des christlichen Glaubens, dass wir durch Gnade gerettet werden.»

Keine moralische Überlegenheit

Keller fährt fort: «Das bedeutet, dass Christen sich keinesfalls und nirgends irgendjemandem moralisch überlegen fühlen dürfen. Und das bedeutet wiederum (Hauptpunkt), dass wir, wenn wir falsches oder böses Handeln bei anderen benennen, so wichtig das auch ist, nie durch unsere Haltung oder Worte den Eindruck erwecken dürfen, dass sie Gottes Verurteilung verdienen, wir aber nicht.»

Darum: «Im Moment reisst unser soziales Geflecht auseinander, weil man sich, unter anderem, auf beiden Seiten gegenseitig dämonisiert. Christen dürfen dazu auf keine Art und Weise beitragen.» 

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