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Muslime lernen Jesus kennen

Morgendämmerung in der arabischen Welt

«Wir erleben einen Aufbruch zu Jesus Christus hin wie nie zuvor.» So erklärte ein junger Araber die momentane geistliche Situation in vielen Ländern im arabischen Sprachraum. Was sind die Hintergründe?

Kreuz vor Moschee
Quelle: iStockphoto
DMG-Redakteur Theo Volland
Quelle: DMG.com

«In der gesamten arabischen Welt kommen Muslime auf uns arabische Christen zu und wollen wissen, was es mit unserem Glauben auf sich hat. Das ist zum ersten Mal in der Geschichte in diesem Ausmass so. Sie sehen den Unterschied in unserem Leben und fragen uns offen, wieso wir Christen so anders sind. So viele arabische Muslime wie nie zuvor beginnen ein Leben in der Nachfolge von Jesus.» Mit dieser Aussage eines arabischen Christen fasst Theo Volland, Kommunikationsbeauftragter der Missionsgesellschaft DMG, die Eindrücke seiner kürzlichen Reise in den Nahen Osten zusammen.

Was sind die Gründe?

Von Marokko bis Oman und von der Levante bis in den Sudan sei eine «Morgendämmerung» in der rund 380 Millionen Menschen zählenden Gesellschaft dieser Weltgegend zu verspüren, so Volland. Die Gründe für das erwachende Interesse von Muslimen am christlichen Glauben seien vielfältig.

Viele Muslime fänden im Islam keine Antworten auf zentrale Fragen. Wenn sie Glaubensfragen stellten, erhielten sie in ihren Familien und vom Imam meist nur ein «Das ist halt so» zur Antwort, so Volland. In einer Zeit, in der man sich über soziale Medien und Internet umfassend informieren kann, gebe sich die junge Generation mit derartigen Antworten nicht mehr zufrieden.

Ein zweiter Grund seien der grosse Frust und die Enttäuschung angesichts des Terrors, der im Namen des Islam die Welt überzieht. Viele Muslime sagten sich in diesen Tagen: «Wenn Hass und Tod von Allah kommt, warum soll ich so etwas glauben?» Es berühre die Menschen, was Muslime Muslimen in Syrien, Irak und anderen Ländern antun. Immer mehr Muslime begegneten Christen im Gespräch heute nachdenklich und interessiert.

Weltbild «bis ins Mark erschüttert»

Der frühere Stolz, Muslim zu sein, sei heute bei vielen einer tiefen Scham gewichen. «Das Weltbild der Muslime ist bis ins Mark erschüttert», erklärt der arabische Christ gegenüber Volland. «Muslime weltweit suchen nach Alternativen, dabei rückt der Glaube an Jesus in ihr Blickfeld.» Besonders die junge Generation habe Sehnsucht nach Freiheit, wolle eigenständig denken und selbst Antworten finden: «Glaube muss funktionieren und Gutes bewirken.» Wenn sie bei Christen sehen, was Jesus im Leben verändert, stellten sie verblüfft die Frage: «Wieso bist du so? Was hat es mit Jesus auf sich?»

Viele Gespräche und kleine Gruppen

In seinem Land im Nahen Osten entstünden derzeit neben den registrierten Kirchen viele kleine, neue Hausgruppen von Christusnachfolgern aus muslimischem Hintergrund, erklärt der arabische Christ. Er habe täglich Seelsorgegespräche mit Suchenden. Ein junger Kanadier, der seit zwei Jahren in den Emiraten studiert, bestätigt im Gespräch mit Volland, was der arabische Leiter erzählt hat. Mitten im Herzen Arabiens, in den Emiraten, erlebe er eine unerwartete Offenheit. Ältere Christen hätten ihm erzählt, wie schwer es früher gewesen sei, mit Einheimischen über Jesus zu reden. Das habe sich geändert. Er werde täglich nach seinem Glauben gefragt. Bei einem Einsatz von acht Christen sei es in nur einer Woche zu 2'000 längeren Glaubensgesprächen gekommen, 200 Interessierte hätten Informationen angefordert, berichtete der 24-Jährige und stellt mit Freude fest: «Eine solche Offenheit habe ich in den Emiraten nicht erwartet»

Vor Christus die Waffen gestreckt

Welche Anziehungskraft das Leben als Christ hat, habe kürzlich ein libanesischer Pastor erlebt. Ein islamischer Attentäter sei bewaffnet in seine kleine Kirche gekommen, weil er den Pastor töten wollte. Doch der liebevolle Empfang in der Gemeinde und die freundliche Art und Predigt des Pastors habe den jungen Mann überzeugt. Er habe seine Waffe steckengelassen und sich am Ende für den Glauben an Jesus entschieden. Seither halte er sich treu zu der Gemeinde und bekenne sich mutig zu Christus.

Zum Beispiel Ägypten

Ähnliche Berichte hörte Volland aus dem Jemen, aus Jordanien und auch aus Ägypten. Ein etwa vierzigjähriger Christ aus dem Land am Nil erklärte gegenüber Volland: «Ich leite zehn Teams in verschiedenen Städten, die Menschen von Jesus weitersagen. Sie erleben jeden Tag, wie sich Muslime Jesus zuwenden. Interessierte kommen in unsere Gemeinden, suchen vorsichtig das Gespräch mit einzelnen Christen und stellen ihre Fragen.» Gleichzeitig wachse der Mut der ägyptischen Christen, offen von Jesus zu reden. Sie reisten in Städte, wo niemand sie kenne, und verteilten Schriften. Andere engagierten sich in der Medienarbeit. Es gebe bereits 50 ägyptische christliche Fernseh- und Online-Radiosender und täglich neue Websites über Jesus. Abertausende Muslime bekämen so erstmals echten Zugang zum Evangelium.

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