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Heiliges Land im 2. Lockdown

«Die Stimmung bei Israels Christen ist positiv»

Seit über 50 Jahren steht die «

Bernhard Heyl
Quelle: amzi

Arbeitsgemeinschaft für das messianische Zeugnis an Israel» (AMZI) messianischen Juden und arabischen Christen bei. Trotz dem zweiten Lockdown ist die Stimmung bei Israels Christen positiv, sagt Bernhard Heyl, Geschäftsführer von AMZI im Interview mit Livenet.Bernhard Heyl, was sind die aktuellen Schwerpunkte von AMZI?
Bernhard Heyl:
Aktuell versuchen wir, uns mit unseren Partnern in Israel auf die neue Situation einzustellen. Bestimmte Projekte sind ins Stocken geraten, weil Spendenzusagen nicht mehr eingehalten werden können. Wir versuchen – nach unseren Möglichkeiten – nächste Schritte zu ermöglichen.

Corona ist in Israel ein riesiges Thema, gerade befindet sich das Land im zweiten Lockdown. Wie ist die Stimmung bei ihren Partnern vor Ort?
Obwohl Israel massiv betroffen ist, insbesondere auch als Tourismus-Destination, bin ich beeindruckt von der Zuversicht und dem Glaubensmut, der mir von allen Seiten entgegenkommt. Die Geschwister vor Ort haben die Hände nicht in den Schoss gelegt, sondern fantasievoll nach neuen Möglichkeiten gesucht und sie angepackt. Die Stimmung ist also weitestgehend nicht resigniert, sondern eher hoffnungsvoll.

Wie verändert Corona die Lage Ihrer Partner vor Ort?
Soweit ich Einsicht habe, hat die derzeitige Krise die Geschwister aus dem arabisch-christlichen und dem jüdisch-messianischen Background eher zusammengeführt. Natürlich gibt es auch in Einzelfragen deutliche theologische Differenzen – aber das kennen wir ja auch aus der Schweiz und Deutschland.

Sie stehen mit vielen messianischen Gemeinden und Werken in Kontakt, wie entwickeln sich diese Gemeinden und Werke in Israel?
Insgesamt kann man sicher sagen, dass die Gemeinden und Werke sich in den letzten Jahren gut entwickelt haben und deutlich gewachsen sind. Es gibt immer mehr missionarische Ressourcen – Literatur und elektronische Medien –, die von Einheimischen produziert werden und deshalb oft auch grössere Akzeptanz finden. Auch werden zunehmend im Ausland ausgebildete Pastoren von jungen Absolventen der Ausbildungsstätten im Land abgelöst.

Beobachten Sie ein Wachstum der messianisch-jüdischen Bewegung?
Ja, definitiv. Auch wenn die absoluten Zahlen nicht einfach zu ermitteln sind, gibt es neben einer wachsenden Zahl an etablierten Gemeinden auch immer mehr messianische Kleingruppen und Projekte. Auch gesellschaftlich hat die messianisch-jüdische Bewegung ein deutlich höheres Mass an Anerkennung erreicht.

Wie sieht das Miteinander mit arabisch-christlichen Gemeinden aus?
Hier gibt es seit Jahren immer wieder kleinere und grössere Begegnungsveranstaltungen. Das hat auch zu tun mit dem «Israel College of the Bible», an dem viele der jüngeren Pastoren ausgebildet worden sind. Dort studieren arabisch-sprachige Christen und messianisch-jüdische Studenten gemeinsam und auch das Dozentenkollegium ist gemischt. Kein Wunder, wenn diese Absolventen dann auch in ihrer Gemeindearbeit den «Allianzgedanken» weiter pflegen – bei aller kulturellen Unterschiedlichkeit und manchen theologischen Differenzen.

Was können wir Christen in der Schweiz von den messianischen Gemeinden lernen, mit denen Sie in Kontakt sind?
Ihr Anliegen ist es, die Menschen ihres Volkes mit dem Evangelium zu erreichen und das unter teilweise schwierigen Bedingungen. Anfeindungen aus dem ultraorthodoxen «Lager» sind zum Teil an der Tagesordnung. So wurde kürzlich auch einem messianisch-jüdischen Fernsehprogramm die Lizenz entzogen, Versammlungsgebäude mit diffamierenden Slogans besprüht oder auch einfach nur politisch gehetzt. Dennoch lassen sich die Geschwister nicht entmutigen und nutzen alle möglichen Kanäle; vor allem die modernen Medien, um ihre Landsleute mit der Botschaft vom Messias Jesus zu erreichen.

Was sind die nächsten Projekte von AMZI?
Im Moment haben wir als Projekt die Modernisierung unserer Öffentlichkeitsarbeit auf der Tagesordnung. Parallel zu unserer bisherigen Print-Tätigkeit, gehen wir jetzt auch verstärkt auf die Produktion von Clips und kleinen Filmbeiträgen zu.

Im Bereich der Israelreisen weiten wir unser bisheriges Angebot, indem wir bereits im letzten Jahr eine Trekkingtour durchgeführt haben und 2021 eine spezielles Kulturangebot für Frauen in Israel im Programm haben und uns auch wagen, im Herbst eine Fahrradtour durch Israel anzubieten.

Was bewegt Sie persönlich bei Ihrer Arbeit besonders?
Im Moment bewegt mich besonders die Frage, wie wir es in diesen Umbruchszeiten schaffen, «das Bewährte zu erhalten und Neues zu wagen.» Das ist oft eine Gratwanderung, die Vertrauen und Glaubensmut erfordert.

Zur Webseite:
AMZI

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