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Rache-Razzia im Iran

Esther-Grab könnte palästinensisches Konsulat werden

Die Grabstätte der jüdisch-biblischen Helden Esther und Mordechai könnte bald abgerissen werden: Irans Regierung droht, an dieser Stelle ein palästinensisches Konsulat zu eröffnen. Dies als Rache für Trumps Nahost-Friedensplan.

Mausoleum von Esther und Mordechai (Bild: Wikipedia)
Quelle: Wikipedia

Die «Alliance for Rights of All Minorities» (ARAM) schlägt Alarm: Die iranische Regierung droht demnach, das Grab von Mordechai und Esther in der Stadt Hamadan abzureissen. Dort, wo noch die Grabstätte dieser beiden biblisch-jüdischen Helden steht, soll ein palästinensisches Konsulat errichtet werden.

Diese Grabstätte geht auf eine alte Begebenheit aus der Zeit weit vor Christus zurück. Die mutige Esther konnte damals ihre jüdischen Mitmenschen vor einem Völkermord retten. Aus diesem Ereignis ist der jüdische Feiertag Purim hervorgegangen.

Die Ereignisse spielten sich im alten Persien ab, dem heutigen Iran. Dieser ist der Erzfeind des modernen Israel.

Jährlich wird hier das Buch Esther gelesen

In der Stadt Hamadan steht nun seit rund 500 Jahren die angebliche Grabstätte der Helden Mordechai und Esther. Es wird angenommen, dass ein früheres Mausoleum im 14. Jahrhundert von mongolischen Invasoren zerstört wurde.

Die iranische Stadt Hamadan liegt rund 300 Kilometer westlich von Teheran und es wird davon ausgegangen, dass es sich hierbei um die biblische Stadt Shushan handelt, der Hauptstadt des alten Persiens und Schauplatz der Purim-Geschichte. Persische Juden pilgern jährlich zu dieser Stätte, um das Buch Esther zu lesen.

Im Jahr 1970 gab es noch über 100'000 Juden im Land. Aufgrund eines Massenexodus nach der iranischen Revolution von 1979 und der Gründung der Islamischen Republik leben heute weniger als 30'000 Juden im Iran.

Für kurze Zeit «Nationales Kulturerbe»

Im Jahr 2008 nahm die iranische Regierung die Grabstätte in die Liste des Nationalen Kulturerbes auf und stellte sie damit unter den Schutz der Regierung. Doch drei Jahre später umzingelten anti-israelische Demonstranten das Grab und drohten mit dem Abriss.

Das Grab wurde danach bereits wieder von der Liste des Kulturerbes gestrichen. Über die offizielle staatliche Nachrichtenagentur wurde der Entscheid damit begründet, dass Purim eine Feier der Juden für ihr Massaker an den Iranern sei.

Nun folgte Razzia

In diesen Tagen führten die Basidsch-e Mostaz'afin – eine paramilitärische, inoffizielle Einheit der iranischen Revolutionsgarde – eine Razzia an der historischen Stätte durch. Dies um sich für Trumps Deal des Jahrhunderts zu rächen. Gerade so als hätte der schiitische Iran ansonsten nennenswerte Unterstützung für die überwiegend sunnitischen Palästinenser gezeigt.

Zudem fiel die Drohung, dass wenn weitere Schritte geschehen, das Mausoleum in ein palästinensisches Konsulat umgewandelt wird. Ali Malamir, Kultur- und Tourismus-Direktor der Region, sagte zwar, dass dies ein nationales Gut sei und nichts mit der Einrichtung eines palästinensischen Konsulats zu tun habe. Aber: «Es ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar, ob der Plan auf der Deklarationsebene verbleibt oder ob er durchgeführt wird.»

Es wäre nicht das erste Mal, dass jüdisches Kulturgut in der Region weichen muss: Eine 1500 Jahre alte Synagoge am Hesekiel-Grab im irakischen Al Kifl wurde kürzlich zerstört und durch eine Moschee ersetzt.

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