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Gegen Corona-Panik

Singapurs Premierminister demonstriert Klarheit und Transparenz

«Angst kann grösseren Schaden anrichten als der Virus selbst», erklärte der Premierminister von Singapur letzte Woche in einem guten Beispiel von staatlicher Führung, als er am TV direkt über die Auswirkungen des Corona-Virus informierte.

Lee Hsien Loong
Quelle: Youtube

Viele Regierungen in Asien kämpfen mit klarer Information der Bevölkerung über Folgen und richtiges Verhalten in Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Nach Ansicht von Gesundheitsexperten hat Singapurs Premier Lee Hsien Loong hier ein «ausgezeichnetes, positives Beispiel» gesetzt, um Panik, Gerüchte und Verschwörungstheorien ein Ende zu setzen.   

«Wir haben SARS überlebt»

In einer neunminütigen TV-Ansprache erklärte Präsident Lee, dass «Angst grösseren Schaden anrichten kann als der Virus selbst» – dies nach Berichten von Menschenschlangen vor Supermärkten und Hamsterkäufen. Er erklärte einfache Schritte, wie die Bewohner helfen können, die Weiterverbreitung des Virus einzuschränken, wie z.B. gute Hygiene. Gleichzeitig versicherte er, dass die Stadt über genügend Vorräte verfüge: «Ihr müsst keine Nudeln, Masken oder WC-Papier horten.»

«Wir haben SARS überlebt», erinnerte Lee seine Mitbürger an den tödlichen Virus von 2003, der in Bezug auf tödliche Folgen hundertmal schlimmer als Corona war. «Corona breitet sich schneller aus, aber SARS war viel, viel tödlicher.» Er erklärte, dass die Regierung auf entsprechende Massnahmen vorbereitet sei, sollte der Virus sich stärker verbreiten, und er versprach, die Bevölkerung «über jeden Schritt zu informieren». 

Positive Folgen

Die Rede des Präsidenten hatte unmittelbare positive Folgen. Die langen Schlangen vor den Geschäften lösten sich auf. Der ganze Vorgang ist bemerkenswert in einer Region, wo Regierungen offenbar Mühe hatten, die richtigen Botschaften an ihre Völker zu richten, was an vielen Orten in Südostasien Panik und Verwirrung erzeugte. In Hong Kong hatten die unklaren Botschaften von Präsidentin Carrie Lam dazu geführt, dass Krankenpersonal streikte und Bewohner sich gewaltsam gegen Quarantäne wehrten. In Thailand musste sich Gesundheitsminister Anutin Chranvirakul entschuldigen, nachdem er angekündigt hatte, Ausländer sollten «aus dem Land geworfen werden», wenn sie keine Masken tragen wollten.

«Hervorragendes Beispiel von Risiko-Kommunikation»

Claire Hooker, Dozentin für Werte, Ethik und Medizin an der Universität von Sydney, erklärte, dass die Rede von Lee «ein ziemlich aussergewöhnliches Beispiel von guter Risiko-Kommunikation» sei. Sie hat seit 20 Jahren die Reaktionen der Öffentlichkeit auf Epidemien und Krankheiten studiert. «Er gab den Leuten sehr praktische Anweisungen und gab ihnen damit ein Stück Verantwortung zurück, nachdem sie vorher eher verunsichert gewesen waren», so Hooker. Und Thomas Abraham, Epidemie-Berater bei der WHO, ergänzte: «Die Rede zeigt, welches Mass des Vertrauens die Bevölkerung in die Regierung von Singapur hat. Präsident Lee hat keine Fakten versteckt, und er zögert auch nicht, darüber zu reden, wie die Situation schlimmer werden könnte.»

Singapur mit 5,7 Millionen Einwohnern ist als internationaler Reise-Knotenpunkt sehr verwundbar in Bezug auf den Corona-Virus und hat mit 50 registrierten Fällen bisher die höchste Infektionsrate ausserhalb von China.

Hier zur Ansprache von Lee Hsien Loong:

 

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