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«Kein persönlicher Konflikt»

John Ortberg: «Stimmen der Frauen müssen gehört werden»

Der frühere Willow Creek-Pastor John Ortberg hat in einem nüchternen Blog Stellung zu den Vorwürfen genommen, er wolle Willow Creek schaden: Das sei unwahr und ein Ablenkungsmanöver. Ihm gehe es darum, dass die Frauen unter fairen Bedingungen gehört werden könnten.

John Ortberg
Quelle: Flickr

Ortbergs Blogbeitrag vom 2. April beginnt mit der Feststellung: «Es braucht grossen Mut, dass Frauen ihre Geschichte erzählen.» Selbst in normalen Settings sei es oft schwierig für Frauen, sexuelles Fehlverhalten zur Anzeige zu bringen. Die hohe Sichtbarkeit und Präsenz der Willow Creek-Gemeinde mache das noch schwieriger.

«Solider Prozess der Aufarbeitung»

Wenn jemand findet, sie sei Opfer sexuellen Fehlverhaltens in einer Kirche, müsse ein solider Prozess eingeleitet werden, der sowohl das Zeugnis und den Ruf der Frauen als auch den Dienst der Gemeinde schütze. «Die meisten von uns wissen nicht, was eine Frau in einer solchen Situation für einen Preis zahlt… Wenn ihr Zeugnis nicht geschützt wird, wagen es andere nicht, selbst nach vorn zu treten, die auch etwas zu sagen hätten».

«Ich habe das nicht gesucht»

Ortberg sei vor vier Jahren mit «verstörenden Informationen» konfrontiert worden, die er nicht gesucht habe. Zusammen mit anderen leitete er diese Informationen an die Ältesten von Willow Creek weiter. Der darauf folgende Prozess der Klärung war in seinen Augen «schlecht geplant» – jede Frau, die es wagen würde, sich zu exponieren, gehe ernsthafte Risiken ein. Auf eine Forderung nach einer wirklich unabhängigen externen Untersuchung sei der Ältestenrat nicht eingegangen. Die Firma, die – ein Jahr nach dem ersten Bericht – mit der Untersuchung betraut wurde, habe einseitig nur das Management vertreten. Ortberg und andere seien vor der schwierigen Entscheidung gestanden, nicht an einem Klärungsprozess teilzunehmen, dem «echte Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit» gefehlt habe.

Keine persönliche Sache zwischen Ortberg und Hybels

«Das ist keine Frage der Versöhnung zwischen Bill Hybels und mir. Wir hatten keinen Konflikt», fährt Ortberg fort. «Ich war neun wunderbare Jahre Teil der Leitung von Willow Creek, und meine Frau diente mit Freude im Vorstand der Willow Creek Association. Die Behauptung, dass wir uns verschworen und diese Geschichten hervorgeholt haben, ist unwahr und lenkt vom Problem ab. Jeder Ruf nach Versöhnung ist eine komplette Ablenkung von der wirklichen Geschichte. Die Geschichten der Frauen selbst sind das Hauptthema hier.»

Alle müssen gehört werden

«Jeder, der von Menschen in Machtpositionen zum Opfer gemacht wurde, muss wissen, dass die Kirche Jesu Christi sein Zufluchtsort ist», hält Ortberg fest. Der «unzulängliche» Prozess in Willow Creek habe sie ohne diese Zuflucht und ohne faire Anhörung gelassen. Eine Woche nach dem Bericht in der Chicago Tribune (Livenet berichtete) habe die Kirche ein «Familientreffen» abgehalten, an dem die Position von Hybels und den Ältesten präsentiert worden sei. Sie hofften, dass das all diese Themen zum Schweigen bringen würde.

Aber: «In einer Familie müssen alle Stimmen gehört und alle Geschichten erzählt werden. Das sollte in einem Rahmen geschehen, in dem die Machtverhältnisse ausgeglichen sind und wo ein unabhängiges Urteil über die Berichte möglich ist. Die Frauen können und dürfen nicht zum Schweigen gebracht werden», schliesst Ortberg seinen Blogbeitrag.    

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