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Schweiz. Weisses Kreuz

«Es ist günstiger, in Prävention zu investieren als Schaden zu reparieren»

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Bernhard Möri
Quelle: Schweizerisches Weisses Kreuz
Das Weisse Kreuz führt verschiedene Workshops durch.
Quelle: Schweizerisches Weisses Kreuz

Wir stellen immer wieder fest, dass viele junge Menschen sich eigentlich Beziehungen wünschen, die langfristig halten. Aber viele haben kaum Ahnung, wie man das anstellen könnte», beobachtet Bernhard Möri. Livenet unterhielt sich mit dem Geschäftsführer des Schweizerischen Weissen Kreuzes (SWK) über die Arbeit dieses Werks.Livenet: Bernhard Möri, was genau tut das «Schweizerische Weisse Kreuz»?
Bernhard Möri: Wir vermitteln Kompetenzen, dass Menschen starke Persönlichkeit werden, damit sie Beziehungen tragfähig gestalten können und einen positiven Umgang mit Sexualität finden. Wir stellen immer wieder fest, dass viele junge Menschen sich eigentlich Beziehungen wünschen, die langfristig halten. Aber viele haben kaum Ahnung, wie man das anstellen könnte. Da setzen wir an. Unsere Fachpersonen bilden Mentoren, junge Menschen, Jugendleiter und Eltern aus.

Konkret bieten wir beispielsweise mit TWOGETHER einen Kurs für Ehevorbereitung an und mit den verschiedenen Modulen für Sexualprävention arbeiten wir in Schulen und Kirchgemeinden. In letzter Zeit werden wir vermehrt für Elternbildungen angefragt. Eltern möchten lernen, wie sie mit ihren Kindern positiv und hilfreich über Sexualität sprechen können. Wir zeigen Möglichkeiten auf und unterstützen die Eltern in ihrer wichtigen Aufgabe.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren – namentlich durch die neuen Medien – verändert?
Kinder und Jugendliche, aber auch ihre Eltern, Lehrpersonen und Bezugspersonen sind mit einer riesigen Flut an Informationen konfrontiert. Und es gibt wenige Orte, wo man Hilfe beim Einordnen dieser Informationen erhalten kann. Wir stellen auch fest, dass es viele Jugendliche gibt, die ihre Fragen nirgendwo stellen können oder ihre Unsicherheiten mit niemandem besprechen können. Mit unseren Einsätzen in Schulen und in Kirchgemeinden stehen wir da zur Verfügung. Unsere Sexualpädagogen scheuen sich nicht vor heiklen Themen und man darf sie alles fragen!

Das SWK ist auch in Schulen aktiv. Welche Inhalte werden vermittelt?
Die Inhalte sind der jeweiligen Stufe angepasst und auf unserer Webseite stellen wir sie im Detail vor. Lehrpersonen schätzen es, dass wir als externe Fachleute in ihrer Klasse arbeiten und die Mädchen und Jungen altersgerecht abholen. Selbstverständlich gehen wir mit grosser Sorgfalt und Respekt an die Themen heran.

Welches sind heute die grössten Herausforderungen; und was ist einfacher als früher?
Der gemeinnützige Verein Schweizerisches Weisses Kreuz engagiert sich seit 126 Jahren für Menschen! Einfacher als früher ist sicher, dass man heute die fachlich gute Arbeit des SWK an vielen Orten kennt, uns deshalb vertraut und immer wieder bucht. Herausfordernd ist, dass diese wichtige Arbeit nicht kostendeckend getan werden kann und es schwieriger geworden ist, Spenderinnen und Spender zu finden. Seit den 90er Jahren gibt es massiv mehr Organisationen, die Spenden sammeln, deshalb fordern uns die Finanzen stark heraus. Wir sind überzeugt: Es ist immer günstiger, in Prävention zu investieren, als entstandenen Schaden zu reparieren. Deshalb engagieren wir uns mit Herzblut für Prävention, klären auf, vermitteln Wissen und Kompetenz.

Welche Momente bewegen Sie besonders in Ihrer Arbeit?
Wir arbeiten mit Menschen und das bedeutet, dass keine Situation wie die andere ist. Besonders schön ist es, wenn wir erleben, wie Menschen eine Sprache erhalten. Sie können sich dann mitteilen, auch bisher Unaussprechbares benennen und sie sind nicht mehr alleine damit.

Damit Menschen nachdenken und entscheiden können, benötigen sie eine Sprache, denn ohne Worte ist ja auch Denken gar nicht möglich. Wir wollen junge Menschen stärken, damit sie entscheiden und für sich einstehen können. Gute Aufklärung ist zudem die beste Prävention vor Übergriffen!

Welche Rolle spielt der christliche Glaube bei der SWK-Arbeit?
Menschen sind von Gott geliebt. Das ist unsere Überzeugung und unser Anliegen. Wir orientieren uns an christlichen Werten. Wie diese Werte unser Arbeiten prägen soll, haben wir in unserem Leitbild beschrieben. Das Leitbild ist auch auf der Webseite www.swk.swiss zu finden. Einer unserer Sexualpädagogen erzählte, dass Jugendliche genau merken, ob man auch lebt, wovon man spricht. Deshalb ist integer, authentisch und klar zu sein so zentral für unsere Arbeit.

Zur Webseite:
Schweizerisches Weisses Kreuz

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