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Livenet-Talk über Eventbranche

Es gibt ein Licht in düsteren Zeiten

Die Event- und Kulturbranche wird in der Coronakrise besonders hart geprüft. Im Gespräch mit drei betroffenen Unternehmern spricht Livenet über Schwierigkeiten, eine unsicher Zukunft und darüber, was der Glaube in diesen Zeiten bedeutet.

Peter Bruderer im Livenet-Talk vom 6. August 2020
Quelle: Livenet
Jean-Daniel von Lerber
Quelle: Profile Productions
Gaetano Florio
Quelle: Profile Productions
Die Casting Crowns, hier bei einem Auftritt im Jahr 2017 in Frauenfeld
Quelle: Springtime Festival

Am 28. Februar 2020 traf sich der Bundesrat zu einer ausserordentlichen Sitzung und stufte die Lage in der Schweiz gemäss Epidemiengesetz als «besondere Lage» ein. In der Folge waren Veranstaltungen mit mehr als 1'000 Besuchern verboten.

Eventbranche direkt betroffen

Gaetano Florio, unter anderem Geschäftsführer von Florioproductions und Dozent an verschiedenen Fachhochschulen zu Themen wie Unterhaltungsmusik oder Kulturpolitik, beschäftigt sich seit dem 28. Februar fast ausschliesslich mit dem Coronavirus. «Ich bin nicht Experte auf medizinischer oder virologischer Ebene, muss mich aber damit beschäftigen, wie die Kulturbranche heute mit Schutzkonzepten existieren kann.» Von der Epidemie wurde er richtiggehend überrollt und brauchte Zeit, die Ernsthaftigkeit der Geschichte zu verstehen.

Jean-Daniel von Lerber ist seit über 40 Jahren Agenturleiter von Profile Productions. Anfang Februar war er noch im Tessin in den Ferien. «Wir sahen in den Medien, wie sich Corona in Italien ausbreitete und waren noch im Tessin, als der erste Fall in der Schweiz bekannt wurde.» Doch auch er hatte damals keine Ahnung, was dies für ihn bedeuten würde.

Auswirkungen auf Event- und Kulturbranche oft unterschätzt

Gaetano Florio hatte in Gesprächen mit Ämtern und Politkern oftmals das Gefühl, dass wenig Verständnis für das Arbeiten in der Kulturbranche besteht.

Jean-Daniel von Lerber ergänzt, dass die ganze Eventbranche, wenn Technik, Catering und alle anderen Bereiche eingerechnet werden, einer der stärksten Industriezweige der Schweiz ist. Entgegen der verbreiteten Meinung geht es eben nicht nur um Veranstalter und Künstler, sondern auch um zahlreiche Lieferanten und Dienstleister, die mit den Events zusammenhängen.

Das Problem ist die Ungewissheit

Der dritte Gast im Livenet-Talk ist Peter Bruderer. Der Architekt und Theologe ist auch Leiter des Springtime Festivals in Frauenfeld. «Für mich ist es ein Vorteil, dass ich auf mehreren Hochzeiten tanze», sagt er und spricht damit seine unterschiedlichen beruflichen Engagements an. Das Springtime Festival ist ihm trotzdem ein besonderes Anliegen und die diesjährige Absage ein persönlicher Verlust.

«Corona kam gerade in der Zeit, als ich mit der Vorbereitung fürs Springtime Festival so richtig hätte Gas geben wollen. Irgendetwas kam auf uns zu, zu diesem Zeitpunkt war aber noch unklar, was es genau bedeutete.» Alle waren verunsichert. «Anfänglich dachte ich an ein paar Wochen, die schnell vorüber sein würden.» Das damalige Gefühl sei gewesen, als würde man auf einen Bahnübergang zufahren und plötzlich merken, dass die Schranken runtergehen. Da stellt sich die Frage: Aufs Gas drücken oder auf die Bremse stehen? «Bezüglich dem Springtime Festival entschieden wir, aufs Gas zu drücken, mussten dann wenige Wochen später aber doch abrupt bremsen.»

Unsicherheit ist das Schwierigste

Für die beiden anderen Talk-Gäste war die Situation im März ähnlich schwierig. Gaetano Florio beschreibt seine Emotionen noch immer als chaotisch, schliesslich gäbe es noch immer Entscheidungen für eine höchst ungewisse Zukunft zu treffen. «Bedingungen und wirtschaftliche Konsequenzen sind schwer abzuschätzen und trotzdem muss irgendwie geplant werden.»

Ähnlich sieht es Jean-Daniel von Lerber: «Die Ungewissheit ist eigentlich das grössere Virus als das Corona selbst.» Und dies beziehe sich nicht nur auf die Kulturbranche. «Wir haben eine globale Unsicherheit, die uns alle betrifft.» Die unterschiedlichen Meinungen der Experten erzeugen zusätzliche Unsicherheit. Woran kann man sich bei Entscheidungen bezüglich zukünftiger Events überhaupt orientieren?

Auch Peter Bruderer pflichtet bei: «Muss ein Event abgesagt werden, ist dies schwierig und braucht etliches an Nacharbeit. Die Planung zukünftiger Events ist aber eine viel grössere Herausforderung.» Besonders wenn es um internationale Zusammenarbeit geht, seien die Herausforderungen gross.

Welche Rolle spielt der christliche Glaube?

Peter Bruderer bekennt, dass bei ihm schon ein gewisser Frustpegel vorhanden sei. Wiederholt fiel er beim sozialen Netz des Staates durch die Maschen. Das heisst: Kine finanzielle Hilfe. «Jetzt bleibt nichts, als meine Sicherheit im Herrn zu suchen.» Er verweist auf Gottes Verheissung, immer bei uns zu sein und uns zu tragen.

Jean-Daniel von Lerber stellte sich die Frage: «Trägt unser Glaube, wenn es darauf ankommt?» Er will nicht so verstanden werden, dass ihm die Krise nicht zusetzt, kann aber bekennen: «Das Vertrauen an Gott hat mir enorm geholfen!» So kann er selbst unter den aktuell schwierigen beruflichen Bedingungen sagen: «Persönlich geht es mir gut!»

Den letzten Gesprächsteil fasst Gaetano Florio in bildhafter Sprache zusammen: «Ja, es ist dunkel um uns herum. Aber es gibt auch ein Licht.» Und so gehe es letztlich einfach darum, worauf wir blicken.

Den Talk in voller Länger anschauen:


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