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Die Welt in der Krise: Wie Christen aller Welt auf Corona reagieren

Selten wurde praktisch die gesamte Erdbevölkerung von derselben Krise heimgesucht. Wie reagieren Christen in anderen Ländern auf die Corona-Krise?

Asiatische Frau bietet ihre Hilfe an
Quelle: unsplash.com
SAT-7
Quelle: SAT-7
Scott Holmer
Quelle: twitter.com / @ABC7Brad
Drive-in-Gottesdienst
Quelle: bpnews.net
Polizisten in Guatemala
Quelle: twitter @PNCdeGuatemala
Bei der Übergabe der Spende
Quelle: Polizei Alcalá de Henares
Nordkorea
Quelle: Open Doors Schweiz
Video für Grosseltern
Quelle: Screenshot Youtube

Donnerstag, 2. April

USA: Ein Feldkrankenhaus mitten in New York

Vor einem Monat wäre ein solches Bild undenkbar gewesen: Das christliche Hilfswerk «Samaritan's Purse» richtete im Central Park mitten in New York ein Feldkrankenhaus zur Behandlung von Corona-Patienten ein. «Wir werden in New York sein, solange wir dort sein müssen», sagt Franklin Graham über die Präsenz des von ihm gegründeten Hilfswerk.

Das Zeltkrankenhaus im Central Park ist mit 68 Betten und einer speziellen Beatmungseinheit bestückt. Laut Graham ist das medizinische System in New York völlig überfordert, viele Menschen müssten allein bei sich zu Hause sterben. «Menschen, die in unser Krankenhaus kommen, werden nicht allein sterben. (…) Unsere Ärzte und Krankenschwestern werden mit ihnen beten, ihre Hände halten und ihnen bis zum letzten Atemzug Liebe erweisen.»

Enkelkinder weltweit grüssen ihre Grosseltern

Gemeinsam mit vielen weltweiten Netzwerkpartnern hat das Medienzentrum der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten Hope Media Europe einen Videogruss mit Enkelkindern produziert, die derzeit ihre Grosseltern wegen Corona nicht treffen können. Bereits in eine Vielzahl von Sprachen übersetzt und untertitelt, darunter Rumänisch, Slowenisch, Spanisch und Schwedisch, zeigen 15 Kinder ihre Liebe und Sorge um ihre Grosseltern, wobei jedes Kind in seiner eigenen Sprache spricht und betont, dass die Grosseltern «nicht allein sind». Zum 2,5-minütigen Video geht es hier.

Mittwoch, 1. April

Deutschland: Gospeltribe bietet kostenlose Online-Bibelschule

Als die 23 Bibelschüler wegen der Corona-Verordnung nach Hause geschickt und der Unterricht online weitergeführt wurde, beschlossen die Leiter der Bibelschule Gospeltribe in Karlsruhe, diverse Unterrichtskurse kostenlos bei Youtube zur Verfügung zu stellen. «Wir wollen damit einen Beitrag leisten, gerade jungen Christen in der derzeitigen Krisenzeit dabei zu helfen, eine Perspektive für ihr Leben zu entwickeln», sagt der Leiter von Gospeltribe, Gernot Elsner. Zwölf Videos zum Thema «Deine Berufung entdecken» mit insgesamt rund drei Stunden Lehre sind seit der vergangenen Woche produziert und veröffentlicht worden. Weitere Themen sollen in den nächsten Wochen folgen.

Noch ein weiteres interessantes Angebot hat Gospeltribe: Die Gottesdienste, welche die Bibelschule normalerweise auf Anfrage besucht und gestaltet, können nun online «gebucht» werden. «Wir bieten Gemeinden und Jugendgruppen an, über Videokonferenzen, bei denen sich bis zu hundert Menschen einwählen können, einen unserer Mitarbeiter für einen Minigottesdienst anzufragen.» Die ersten Online Gottesdienste sind schon aus Berlin, Österreich und Paraguay gebucht worden.

Dienstag, 31. März

Guatemala: Polizisten beten vor Schichtbeginn

Im Kampf gegen den Coronavirus hat die Polizei Guatemalas auf dem offiziellen Twitterkanal Fotos veröffentlicht. Darauf zu sehen sind Polizisten, die vor Schichtbeginn beten und Gott um Hilfe und Schutz bitten. «Auf den Knien vor Gott und auf den Füssen vor den Schwierigkeiten – die Nationale Polizei eint sich im Gebet, um für das Wohlergehen von Guatemala in diesen schwierigen Momenten der COVID-19-Epidemie zu bitten», hiess es dazu.

Montag, 30. März

Brasilien: Kirchen werden zu Spitälern

In Brasilien sind bereits 4685 Menschen am Coronavirus erkrankt und das Gesundheitssystem ist am Erlahmen. Nun schreiten Kirchen ein und schaffen in ihren Gemeinderäumen temporäre Krankensäle. Etwa die Pfingstgemeinde ADVEC, die diverse Ableger hat. In einer Mitteilung heisst es, dass der Regierung und dem Militär die Gebäude in Sao Paulo und Rio de Janeiro zur Verfügung gestellt wurden, die über grosse geteerte Flächen verfügen, auf denen Krankenhauszelte aufgebaut werden könnten. Auch andere Kirchen haben ihre Hilfe angeboten, etwa um hier Lebensmittel-Verteilstellen aufzubauen.

Nordkorea: Christen erhalten Medikamente

Nordkorea bestreitet nach wie vor, dass der Coronavirus im Land ausgebrochen sei. Laut Open Doors sind jedoch bereits 200 Soldaten an den Symptomen von COVID-19 gestorben, auch laut der Nachrichtenagentur Aljazeera bezweifeln viele Experten die offiziellen Angaben. Ein Ausbruch im Land wäre aufgrund des chronischen Mangels an Medikamente extrem schlimm; zudem gibt es nur wenige ausgebildete Ärzte im Land.

Die Organisation Open Doors schickt deshalb mit Hilfe anderer Christen regelmässig Nahrung und Medikamente. Und die Hilfe kommt auch, auch inmitten der COVID-19-Krise. Vor wenigen Tagen erhielt Open Doors folgende Zeilen: «Auch wenn der kalte Winter gekommen ist, sind unsere Herzen voller Wärme und Leidenschaft. Wie das Licht der Sonne durch die Ritzen [einer Wand] scheint und Wärme spendet, so sind wir auch von eurer Liebe und Wärme berührt, die unsere Herzen durchströmen. […] Wir danken euch für euer Opfer, eure Wärme und eure Fürsorge. […] Wir tun unser Bestes, um unserem Herrn treu zu dienen und für ihn zu leben.»

Donnerstag, 26. März

USA: Essensversorgung für Kinder

Viele Kinder aus sozial schlecht gestellten Familien der USA sind auf die Essensausgabe ihrer Schule angewiesen – zu Hause erhalten sie kein warmes Essen. Seit fast zwei Wochen sind aber die Schulen in den USA geschlossen und viele der Kinder bekommen nun keine warme Mahlzeit mehr.

Um auszuhelfen, hat das Gemeindenetzwerk «For Richmond», bestehend aus über 800 Gemeinden der Stadt Richmond im Bundesstaat Virginia, 20 Verteilplätze in der ganzen Stadt geöffnet, in denen Familien Essen abholen können. Über das Wochenende bereiteten sich die Kirchen gemeinsam vor und nun helfen Freiwillige dabei, die Verteilplätze am Laufen zu halten.

Mittwoch, 25. März

Spanien: Chinesische Christen spenden Schutzmasken

Die Christliche Chinesische Kirche in Alcalá de Henares, Spanien, hat dem Bürgermeisteramt der Stadt 5‘500 Schutzmasken gespendet. Diese werden der lokalen Polizei (1'500 Stück) und dem medizinischen Personal des Krankenhauses Príncipe de Asturias (4'000 Stück) zur Verfügung gestellt.

Die Mitarbeiter des Krankenhauses hätten über die vergangenen Wochen unglaubliche Arbeit weit über ihre Kräfte hinaus geleistet und fehlende Mittel würden die Arbeit immer mehr erschweren. Der Dank des Bürgermeisteramtes ging an die christliche Kirche, die mit der Spende die Arbeit für einige Zeit erleichtert.

Deutschland: Lebensmittel und Hygieneartikel für Bedürftige

Die christliche Hilfsorganisation Samaritan’s Purse in Deutschland, die ihren Hauptsitz in den USA hat, weitet ihr Engagement in der Coronakrise aus. Neben der medizinischen Nothilfe in Italien werden nun auch Betroffene in Deutschland unterstützt. Dabei arbeite man mit Trägern aus der Diakonie und der Kinder- und Jugendhilfe zusammen.

«Durch die Schliessung von Lebensmittelausgaben und sozialen Einrichtungen fehlt es vielen Kindern und ihren Eltern nun an Lebensmitteln», sagte Vorstand Sylke Busenbender. Über die Einrichtungen des christlichen Kinder- und Jugendhilfswerks Arche sollen die betroffenen Familien nun zuhause mit Essen und Hygieneartikeln beliefert werden. Hunderte Familien sollen hiervon profitieren.

Dienstag, 24. März

USA: Sechs Menschen fanden in Drive-In-Gottesdienst zum Glauben

Auto-Gottesdienst statt Auto-Kino: Letzten Sonntag fanden bei einem Gottesdienst der «Cornerstone Baptist Church» in Harrisburg in Arkansas sechs Menschen zum Glauben. Unter anderem führte eine Mutter ihren Sohn sowie dessen Freundin zum Glauben an Jesus Christus, während sie vereint im Auto sassen und der Predigt von Pastor Jason Goad lauschten.

Goad erklärte, dass dabei wichtig war, dass die Mutter während des Gottesdienstes mit dem jungen Paar sprechen und dessen Fragen beantworten konnte. «Das wäre nie passiert, wenn wir einen normalen Gottesdienst gehabt hätten.»

Holland: Narzissen-Zwiebeln für Senioren

Bevor die Einschränkungen begannen, nahm sich Jetteke Noordzij aus den Niederlanden etwas Zeit, um älteren Menschen einen kleinen Topf Narzissen-Zwiebeln zu schenken – ein Zeichen der Hoffnung und der Tatsache, dass der Tod von Jesus besiegt wurde und um Hilfe beim Einkaufen anzubieten. Ein älterer Mann, erklärt sie, reagierte emotional auf ihre Einladung: «Er war ein Überlebender des Holocausts. Diese Abriegelung wecke viele Gefühle und Erinnerungen.»

Deutschland: Do-it-Yourself-Gottesdienst

Pastoralreferent Tobias Plien der Pfarrei St. Antonius in Rheine bei Osnabrück hat einen Do-it-yourself-Gottesdienst entwickelt. Auf einem Blatt, das er über soziale Medien und die Homepage der Gemeinde verbreitet, ist das Programm des Gottesdienstes beschrieben mit Zeiten der Stille, Gebeten und Bibellese. Laut Plien brauche man dafür nicht mehr als eine Kerze, eine Bibel und zehn Minuten Zeit.

Griechenland: Familienmitglieder ermutigen sich gegenseitig

Eine Gemeinde in Griechenland ermutigt ihre Mitglieder, jeweils von 19 bis 21 Uhr zum gemeinsamen Gebet als Familien im Haus zu stehen und prophetische Worte und Zeugnisse auszutauschen. Dies berichtet Nico Spies, der vor Ort beim christlichen Missionswerk «Hellenic Ministries» arbeitet. Familienmitglieder sollen sich auf diese Weise gegenseitig ermutigen. «Es ist nicht an der Zeit, unser geistliches Leben aufzugeben, denn wir sind der Tempel Gottes, ob wir nun in ein Kirchengebäude gehen oder nicht.»

USA: Beichte auf der Strasse

Die Corona-Krise macht kreativ: Der Priester Scott Holmer im US-Bundesstaat Maryland nimmt die Beichte ab sofort auf der Strasse entgegen. Die Mitglieder seiner Kirche können im Auto vorbeifahren und natürlich im Abstand von zwei Metern ihre Beichte ablegen. Kleine Leitkegel führen die Autos hierzu auf einer vorgegebenen Spur.

Auch in Südafrika bietet ein Priester denselben Service an. Während die Bilder der Geistlichen die Runden in den Sozialen Medien drehen, sind die Reaktionen auf diesen «brillanten Einfall» überwiegend positiv.

Montag, 23. März

Italien: Einheit wie nie zuvor

Italien ist eines der Länder, die derzeit am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffen sind. Doch inmitten der Krise erleben evangelische Christen ein Wunder, das Wunder der Einheit. Nachdem die Evangelische Allianz des Landes zu einem einheitlichen Gebet am vergangenen Sonntag aufgerufen hatte, war die Zustimmung gross: Gemeindeverbünde von diversen Pfingstgemeinden, Baptistengemeinden, chinesischen Gemeinden, aber auch Werke wie OM, Worldventure, IMB, Open Doors und Compassion Internation einten sich in der Gebetsinitiative.

«Uns ist nicht bekannt, dass je in der italienischen Geschichte Stellvertreter so vieler italienischer evangelischer Kirchen sich in einer gemeinsamen Gebetsinitiative getroffen hätten», erklärte der stellvertretende Leiter der Allianz, Leonardo De Chirico. Die Einheit ermutige sie sehr in dieser schwierigen Situation.

Deutschland: Seelsorge-Hotline der Nordkirche

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) bietet ab dem 24. März eine kostenlose Seelsorge-Hotline für alle Menschen an, die unter den Folgen der Corona-Krise leiden. Unter der Nummer 0800 4540106 sind bis auf Weiteres täglich von 14 bis 18 Uhr ausgebildete Seelsorgerinnen und Seelsorger der Nordkirche erreichbar.  

Naher Osten: Menschen offen für das Evangelium

Der christliche Sender SAT-7 im Nahen Osten verzeichnet enormen Zuschauerwachstum, seitdem viele Länder harte Massnahmen gegen den Coronavirus und Ausgangssperren verhängt haben. Der Sender merke dies anhand einer Zunahme an Reaktionen auf die Programme, erklärte Dr. Rex Rogers, Leiter von SAT-7 USA. Ausgestrahlt werden christliche Programme auf Arabisch, Farsi und Türkisch im Nahen Osten und in Nordafrika. «Noch nie zuvor waren so viele Menschen in dieser Region so offen gegenüber dem Evangelium und unseren Programmen, die ihnen den 'lebendigen Glauben' vorstellen», freut sich Rogers.

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