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Mit Nachrichten umgehen

Fliehen oder beten?

Es gibt immer mehr Menschen, die sich Nachrichten verweigern; weil sie diese als belastend empfinden oder weil sie ihnen keinen Glauben schenken. Wie können wir als Christen auf gute Art mit den News umgehen?

Zeitung verbrennen
Quelle: Unsplash

Neueste Untersuchungen in 36 Ländern zeigen, dass durchschnittlich 32 Prozent der Befragten Nachrichten meiden, in Deutschland sind es 25 Prozent. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigerung von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Hauptgründe: Schlechte Laune und Zweifel an Richtigkeit

Dies sind die Zahlen des Digital News Report, den das Reuters Institut der Universität Oxford regelmässig erstellt. Mit plus 11 Prozent war der Anstieg der Nachrichten-Verweigerer in Grossbritannien besonders stark. Knapp die Hälfte der Nachrichten-Verweigerer gibt an, dass Nachrichten ihre Laune negativ beeinflusst. 37 Prozent sagen, sie könnten sich nicht auf die Nachrichten verlassen.

Wer regelmässig Nachrichten liest oder schaut, weiss aus eigener Erfahrung, dass hier viele traurige und beunruhigende Informationen präsentiert werden: Katastrophen, Unfälle, Krisen, Kriege, Attentate und vieles mehr. Und so gibt es Untersuchungen, die zeigen, wie durch solche Informationen Sorgen und Ängste geweckt oder verstärkt werden können. Es gibt sogar einen Zusammenhang zwischen Nachrichtenkonsum und Depression.

Es geht um ein vernünftiges Mass

Tatsächlich sollte jeder eine Vorstellung davon haben, welches Mass an Nachrichten er gut verkraftet. Demgegenüber leben Medienjunkies, sei es Fernsehen oder Internet, nach der Devise: Immer am Ball bleiben und nichts verpassen. Das mag sinnvoll sein, wenn es um eine ganz bestimmte Sache geht, aber es kann nicht tägliche Praxis sein, denn sie kostet viel Zeit, Aufmerksamkeit und vor allem Kraft.

Und dann gibt es bei den Nachrichten ja auch eine Sogwirkung. Wer von einer Sache weiss, will in der Regel wissen, wie es weiter- oder ausgeht. Das ist auch eine Frage der Neugier. Daher ist es durchaus sinnvoll, sich zu überlegen und selbst zu testen, welches Mass an Nachrichten man gut verkraftet. Im Übrigen: Dieses Mass kann sich natürlich verändern.

Vom Zuschauer zum «Handelnden»

Christen können Nachrichten aber auch zum Ausgangspunkt für ihr Gebet machen, indem sie für Probleme, Krisen und handelnden Personen (Politiker, Unternehmer oder andere Verantwortungsträger) beten. Wer das tut, gewinnt oft eine andere Perspektive und es kann Zuversicht in einen Bereich kommen, der zunächst nur verfahren und hoffnungslos erschien.

Wer betet, der macht eine Situation auf eine gewisse Weise zu seiner Sache, weil er aus der Zuschauerrolle, manchmal auch aus der des Opfers, heraustritt und selbst aktiv wird. Zugleich gibt er aber beim Beten auch die Dinge in Gottes Hand und bittet ihn um sein Eingreifen, was ihn wiederum entlastet. Und auch das verändert den Blick. Dennoch gibt es viele Christen, die zwar gut informiert sind, aber kaum oder nur sehr selten für die Themen beten, von denen sie aus den Nachrichten wissen.

In manchen freikirchlichen Gemeinden beginnt man für aktuelle Nöte gemeinsam zu beten. In den katholischen und evangelischen beziehungsweise reformierten Gottesdiensten ist dies ohnehin feste Praxis.

Livenet setzt einen Kontrapunkt

Livenet will mit seinem Informationsangebot auch einen Kontrapunkt in der Frage des Umgangs mit Nachrichten setzen. Kontra, weil es hier auch sehr viele positive und hoffnungsmachende Nachrichten gibt. Und weil Livenet die Leserinnen und Leser ermutigen will, auch für die Probleme und Entwicklungen zu beten und so Anteil zu nehmen an den Dingen, die weltweit passieren.

Es mag dem einen oder anderen befremdlich erscheinen, für so komplexe und scheinbar gottferne Bereiche wie Politik, Wirtschaft oder anderes zu beten. Doch genau dazu fordert auch die Bibel auf. Der Lehrer Paulus schrieb dazu an seinen jungen Mitarbeiter Timotheus: «Betet für alle Menschen; bringt eure Bitten, Wünsche, eure Anliegen und euren Dank für sie vor Gott. Betet besonders für alle, die in Regierung und Staat Verantwortung tragen…» (Die Bibel, Erster Timotheusbrief, Kapitel 2, Verse 1 und 2)

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