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Livenet-Talk

Hart geprüft: Die Gastro- und Reisebranche

Im Gespräch mit vier Talkgästen lässt Livenet die Anfänge der Coronakrise noch einmal Revuepassieren, spricht über Herausforderungen dieser Zeit und wagt einen Blick in die Zukunft.

Livenet-Talk mit Florian Wüthrich, Simone Siddiqui, Adi Furrer, Richard Moser und Philip Bühler
Quelle: Livenet
Livenet-Talk: Hart geprüft: Die Gastro- und Reisebranche
Quelle: Livenet

Durch die Coronakrise brachen Gastro- und Reisebranche zusammen. Restaurants mussten schliessen, Gäste in Hotels blieben aus und die Reisebranche lag aufgrund der geschlossenen Grenzen am Boden. Livenet war mit vier betroffenen Personen im Gespräch. Dabei ging es um anfängliche Turbulenzen, finanziellen Einbussen und auch um einen Blick in die Zukunft.

Wenn Gelassenheit zentral wichtig wird

Philip Bühler ist Präsident vom Verband Christlicher Hotels (VCH) und Gastgeber im Hotel Bienenberg in Liestal (BL). Dies hat er in der Coronakrise erlebt:

Mitte März wurde er, wie viele andere auch, von der Coronakrise überrollt. Plötzlich hatte er gar nichts mehr in der Hand. «Gelassenheit üben, das war eine grosse Aufgabe.» Und einen ruhigen Kopf zu bewahren war und ist noch immer von grosser Wichtigkeit.

Bühler erzählt, wie er kurz für sich überschlagen hatte, wie lange das Hotel Bienenberg überleben konnte. «Trotzdem darf ich auch sagen, dass ich eigentlich nie persönliche Existenzangst hatte.» Als Geschäftsführer verspürte er natürlich schon einen Druck. Auch wenn jeder wusste, dass er für die aktuellen Probleme nicht verantwortlich war, blieb doch die Unsicherheit über die Zukunft des Hotels.

Wenn alles surreal erscheint

Simone Siddiqui ist Leiterin von Marketing & HR bei Kultour in Winterthur (ZH)

Kultour bietet Reisen in verschiedene Länder an, darunter auch nach Israel, welches die Grenzen sehr früh schloss. Damit kam das Unternehmen schon sehr früh in Not. «Wir gehörten zu den ersten, die Kurzarbeit beantragen mussten.»

Siddiqui spricht von einer herausfordernden Zeit. «Bis heute mussten wir schon mehr als 100 Reisen annullieren.» Dabei brauchte es sehr viel Kommunikation mit den Kunden. «Von den Kunden erfuhren wir Anteilnahme und Verständnis. Das hat uns als Team ermutigt.» Sie betont auch die schöne Erfahrung, als Team zusammenzustehen, um eine Krise gemeinsam zu meistern. Doch die Zeit war ermüdend. «Persönlich sehne ich mich danach, dass alles wieder normal läuft», sagt sie. Momentan komme ihr alles irgendwie surreal vor.

«Das war eine blöde Zeit»

Adi Furrer ist Inhaber und Geschäftsführer Mideast.Tours in Thun (BE).

Er beschreibt eindrücklich die Zeit, als die Grenzen geschlossen wurden. Da waren auf einmal so viele Faktoren, die eine Rolle spielten. Da ging es natürlich um Kunden und Mitarbeiter, aber auch um Bedingungen zur Annullation von gebuchten Flügen.
Die Haftungsfrage für annullierte Flüge war anfänglich unklar. Furrer fragte sich, ob er letztlich auf 50 oder gar 100 ungenutzten Flugtickets sitzenbleiben musste. «Das war eine blöde Zeit», blickt er zurück. Inmitten der Hektik war es ihm auch wichtig, nicht nur an das Überleben der eigenen Firma zu denken, sondern auch die lokalen Reiseführer im Blick zu halten mit denen sie zusammenarbeiteten. Diese lebten in Ländern, wo keine finanzielle Hilfe erwartet werden konnte. Heute freut sich Furrer über die solidarische Haltung vieler Kunden, wodurch eine Hilfe geleistet werden konnte.

Wenn es scheint, als würde es nicht mehr weitergehen

Richard Moser ist Geschäftsinhaber der Firma Moser Reisen in Flaach (ZH).

Als der Betrieb Mitte März total zusammenbrach, hatte er nach 39 Jahren als Geschäftsführer das Gefühl, als würde die Firma am Ende stehen. Reisegruppen konnten ihre Reisen nicht mehr durchführen und damit fielen alle Aufträge weg. «Ich musste bei meinen Cars die Nummernschilder abschrauben und zum Strassenverkehrsamt bringen.» Die Busflotte blieb in der Garage. In der Folge waren sie primär damit beschäftigt, Stornierungen zu bestätigen und Haftungsfragen zu klären. Dazu kam die Umstellung des Bürobetriebes. Um den vorgeschriebenen Schutz zu gewährleisten, konnten nicht alle gleichzeitig im Büro arbeiten. Lösungen mussten gesucht werden.

Glücklicherweise hat Moser bald wieder Mut gefasst und blickt vorwärts. Er will Reisen in Zukunft viel bewusster durchführen: «Den Menschen die Schönheit dieser Welt zeigen zu können, ist ein grosses Privileg und weit mehr, als ein Unterhaltungsprogramm.»

Der Livenet-Talk in voller Länge

Jetzt geht es langsam wieder zurück in die altbekannte Normalität. Wie lange es bis zum üblich funktionierenden Betrieb noch dauern könnte und welche Erwartungen die Talkgäste für die Zeit nach Corona haben, erfahren Sie hier im Livenet-Talk: 

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