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«Wir wurden nicht gefragt»

Tausende Nordiren demonstrieren gegen Gesetzesänderungen

London plant, die Abtreibungsgesetze Nordirlands extrem zu lockern – zum Entsetzen der Mehrheit der Bevölkerung. Das brachten am Freitag rund 20'000 Demonstranten zum Ausdruck.

Demo gegen Abtreibungsgesetz in Nordirland
Quelle: Twitter / peterlynas
Demo vor dem nordirischen Parlamentsgebäude
Quelle: Twitter / peterlynas

Empört versammelten sich etwa 20'000 Menschen, wie Evangelical Focus berichtet, am vergangenen 6. September vor dem Parlamentsgebäude in Belfast, um gegen die von London aus geplanten Änderungen des Abtreibungsgesetzes zu demonstrieren. «Wir wurden zu diesen undemokratischen Änderungen nicht gefragt und sie widerspiegeln weder die öffentliche noch die politische Meinung von hier», erklärte NI Voiceless, die Gruppe, welche den Protestmarsch organisierte.

Der Auslöser

Am 10. Juli hatte das UK Westminster Parlament in London dafür gestimmt, Änderungen im nordirischen Gesetz vorzunehmen einschliesslich grosser Änderungen am Abtreibungsgesetz – es sei denn, das nordirische Parlament würde vor Ende Oktober wiederhergestellt. Es hatte sich in den vergangenen zwei Jahren nicht versammelt und keine Funktionen übernommen.

Auf diese Abstimmung hin wurden die Stimmen vieler Pro-Life-Organisationen und Politiker laut, die erklärten, dass diese Änderungen nicht der mehrheitliche Wille der nordirischen Bevölkerung seien. Laut Umfragen sind 60 Prozent der Einwohner gegen die Änderungen, die beabsichtigen, Abtreibungen bis zur 28. Lebenswoche des Fötus zu legalisieren.

Die Demonstranten liefen im Schweigemarsch bis zum Parlamentsgebäude, wo sie sechs Minuten lang ihre Handylichter leuchten liessen – in Repräsentation der sechs Countys von Nordirland.

«Reiner Hohn»

Auch die Evangelische Allianz von Nordirland unterstützte die Proteste. Es sei eine Versammlung aller Glaubensrichtungen und doch keiner bestimmten gewesen, in welcher protestiert wurde, weil «wir nicht befragt wurden; diese Leute haben keine Stimme», erklärte Peter Lynas, Leiter der EA Nordirland. Er forderte des Weiteren die Politiker seiner Heimat auf, zurück ins Parlament zu gehen und alles Notwendige zu machen, um das neue Abtreibungsgesetz aufzuhalten. Es sei «reiner Hohn», Menschen «ohne richtige Verordnungen» ein Gesetz aufzudrängen.

«Wir waren 20'000 oder mehr Menschen, die sich versammelten und ‚nein‘ sagten. Wir können nicht mehr tun, das war unsere Rolle, zu protestieren. Jetzt geben wir es an die Politiker ab und vertrauen Gott. 100'000 Menschen leben heute in Nordirland, weil wir dieses Gesetz bisher nicht gehabt haben. Wir wollen keine Veränderung – wir wollen ein Licht der Hoffnung sein.»

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