Tag des Friedhofes

Zu echter Ruhe kommen

Friedhöfe sind grüne Parkanlagen und eine Ruhe- und Gedenkstätte für verstorbene Menschen. Zunehmende Tendenzen verzeichnen tierische Pendants. Am «Tag des Friedhofs» gilt es wieder Mal genauer hinzuschauen und einen Teil unseres Alltags zu würdigen.
Ein Insektenhotel auf dem Friedhof St. Martin in Vevey
Der Friedhof Schosshalde in Bern

Kürzlich wohnte ich einer Gedenkfeier eines alten Schulkollegen bei. Es war eindrücklich und wohltuend, ein Stück Abschied zu zelebrieren. Mit Gedanken an den geliebten Menschen gelang das Loslassen besser. Dazu können Friedhöfe dienen – und zu vielem mehr.

Bei dieser Feier geschah gleichzeitig eine gewisse Würdigung für ein reiches und doch junges Leben mit vielen Höhepunkten – und Geschenken.

Friedlich im Boden und drumherum

Würdigen und aufwerten wollen die Feiertage vom 18. und 19. September nun auch diese Gedenkstätten. Wikipedia schreibt zum Ursprung: «Ziel der beiden Aktionstage an jedem dritten Wochenende im September (Samstag und Sonntag) ist es, den Besuchern die Bedeutung des jeweiligen Friedhofes sowohl als Ruhestätte als auch als Ort der Trauerbewältigung näher zu bringen. Ausserdem soll der Umgang mit Tod und Trauer enttabuisiert werden.»

Zudem sollten sie auch als 'grüne Oasen' der Gartenkultur und der Erholung bewusster gemacht werden.

Friedvoll-grüne Oase

Denn, sie spenden nicht nur geistige Erholung, sondern sind auch körperlich wohltuend. In einer Zeit mit viel Beton, Strassen, und Getöse sind die Grünanlagen zu wahren Oasen avanciert. Die Gastgeber sind hohe, altehrwürdige Bäume und die Gräber, die auf Endlichkeit und ebenso Ewigkeit hinweisen. Darin findet der Besucher Schattenspender, Sauerstofftankstelle und nicht zuletzt einen Ort für tiefgründige Begegnungen.

Seit 2001 wird der Tag des Friedhofs in Deutschland und seit 2014 auch in der Schweiz gefeiert, was wiederum in wenigen Tagen mit diversen Führungen und Hinführungen zum Thema der Fall ist.

Friedefürst lädt zu Empfang und Entlastung

Seelisch-geistlicher Friede ist möglich, wenn ein Mensch die Einladung von Jesus angenommen hat und sich sowohl mit dem Tod wie auch mit dem Leben versöhnt.

Im Matthäus-Evangelium, Kapitel 11, Verse 28 und 29 findet sich: «Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben. Vertraut euch meiner Leitung an und lernt von mir, denn ich gehe behutsam mit euch um und sehe auf niemanden herab. Wenn ihr das tut, dann findet ihr Ruhe für euer Leben…» (HFA) Dies führt in eine Dimension, die definitiv über das Irdische und das «Asche zu Asche – Staub zu Staub» hinaus geht.

Friedensort für Begegnungen

Nur an wenigen Orten erhalten Gespräche sofort eine solche Tiefe wie an diesen Gedenkstätten. Oft wird vom Verlust eines Menschen erzählt, was passierte und wie man heute damit zurechtkommt. Bestimmt ist es eines der intensivsten Erlebnisse, die wir in unserem irdischen Leben machen – und dies mit einem ultimativen Ausrufezeichen. Für manche ist es so erschütternd, dass sie zeitlebens nicht Loslassen und so nie darüber hinwegkommen. Natürlicherweise erfährt man durch die Zeit Distanz und die Katastrophe wird langsam leichter. Und ebenso auf der Hand sind die Themen: Ewigkeit, was kommt nach dem Tod, Glaube und ähnliches, worüber sonst nur in sehr persönlicher Umgebung gesprochen wird.

Die Umgebung des ruhigen und schattenspenden Friedhofs fördert Trauerbewältigung. Und manchmal ist es einfach nur wohltuend und erholsam, dort einen Moment hinzusitzen.

Zur Webseite:
Tag des Friedhofs 2021

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Datum: 09.09.2021
Autor: Roland Streit
Quelle: Livenet

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