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Befragung zu «Ehe für alle»

Zwei Drittel der EVP-Basis lehnt Öffnung ab

Die Geschäftsleitung der EVP Schweiz hat die Parteibasis über ihre Meinung rund um die «Ehe für alle» befragt. Die Resultate zeigen einen klaren Trend, aber auch eine differenzierte Wahrnehmung bei den EVP-Mitgliedern.

Ehe für alle
Quelle: unsplash.com

Zur Öff­nung der Ehe für gleich­ge­schlecht­li­che Paare als rei­ner Kern­vor­lage ohne Zugang zur Fort­pflan­zungs­me­di­zin zeigte sich ein brei­tes und hete­ro­ge­nes Mei­nungs­spek­trum unter den EVP-Mitgliedern. Die detaillierte Auswertung, welche an die Basis der Partei verschickt wurde und auch Livenet vorliegt, zeigt, dass 52,7 Prozent der Befragten «nein» zur Kern­vor­lage sagen und rund 14,7 Pro­zent «eher nein». 20,1 Prozent waren dafür und 12,4 Prozent eher dafür. Rund 2'000 Mitglieder der EVP haben an der Umfrage teilgenommen.

Die Gründe pro und contra

Wer die Kernvorlage ablehnte, begründete dies vor allem mit seinem Verständnis der Ehe als Gemein­schaft von Mann und Frau sowie dem Zugang zur Volladop­tion. Zudem könne die Kern­vor­lage zum Türöffner für einen spä­te­ren Zugang für gleich­ge­schlecht­li­che weib­li­che Ehe­paare zur Samen­spende werden, die man aber ablehne.

Für die Befür­wor­ten­den einer Ehe für alle stand vor allem die Ver­bind­lich­keit einer Beziehung im Zen­trum. Allen Paaren solle ein gesetz­li­chen Rah­men gegeben werden. Ausserdem sehen sie die Öffnung der Ehe als Grund­recht, da alle Men­schen vor der Verfassung gleich seien. Ziel der Kern­vor­lage sei es ja, eine Ungleich­be­hand­lung von gleichgeschlecht­li­chen Paa­ren auf­zu­he­ben.

Klare Ableh­nung der Kern­vor­lage inklu­sive Samen­spende

Wäh­rend sich gegen­über der rei­nen Kern­vor­lage einer Öff­nung der Ehe für gleichgeschlechtli­che Paare ein brei­te­res Mei­nungs­bild zeigt, wird eine Kern­vor­lage inklu­sive Samen­spende für gleich­ge­schlecht­li­che weib­li­che Ehe­paare sehr deutlich abgelehnt: Mehr als 86 Pro­zent sagen dazu Nein oder eher nein.

Druck auf Legalisierung der Leihmutterschaft

Die Geg­ner einer Kern­vor­lage inklu­sive Samen­spende begründen ihre Ablehnung vor allem damit, dass bei einer Samen­spende für weib­li­che Ehe­paare den Kin­dern der Vater vor­sätz­lich ver­wehrt würde. Gleich­ge­schlecht­li­che Paare könn­ten von Natur aus kein Kind zeu­gen, wes­halb hier nicht künst­lich ein­ge­grif­fen wer­den sollte. Und schliess­lich erhöhe der Zugang zur Fort­pflan­zungs­me­di­zin für weib­li­che Ehe­paare den Druck mas­siv, auch die Eizel­len­spende und Leih­mut­ter­schaft für männ­li­che Ehe­paare zu lega­li­sie­ren, um keine neue Dis­kri­mi­nie­rung zu schaf­fen.

Problematische Leihmutterschaft

Dass in einem spä­te­ren Schritt auch Eizel­len­spende und Leih­mut­ter­schaft zur Dis­po­si­tion gestellt wer­den könn­ten, stiess bei den Teil­neh­men­den der Umfrage eben­falls auf deut­li­che Ableh­nung. Gründe dafür waren die Gefahr des Men­schen­han­dels und der Aus­beu­tung des Kör­pers der Frauen. Zudem seien die langfris­ti­gen Kon­se­quen­zen des Abbruchs der Früh­bin­dung zwi­schen Kind und Leih­mut­ter sowie die Auswirkungen auf  die Iden­ti­täts­fin­dung des Kin­des noch weitgehend unbekannt

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