Es war einmal: «Gott ist tot»

Russland erhält Armeeseelsorger von Evangelischer Allianz

«Gott ist tot.» So lautete die Doktrin in der UdSSR. Das Sowjet-Konstrukt ist zerfallen. Und Gott lebt im grössten verbliebenen Staat: Die Russische Evangelische Allianz startet nun gar ein Seelsorgeprogramm.
Soldaten im Militärdienst

«Gott ist tot.» So lautete die Doktrin in der UdSSR. Das Sowjet-Konstrukt ist zerfallen. Und Gott lebt im grössten verbliebenen Staat: Die Russische Evangelische Allianz startet nun gar ein Seelsorgeprogramm.

Der geistliche Permafrost aus der knechtenden Zeit der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken ist längst getaut und das politische Konstrukt in viele Teile zerfallen (gegenwärtig sind es 15 Teile, doch Tschetschenien, Transnistrien, Abchasien, Südossetien, Talysch-Mugan und die Autonome Republik Krim würden diese Zahl gerne wachsen sehen). Vor diesem Zerfall litten Christen schwer unter den Händen der Genossen. Unter Wladimir Lenin erfolgten Massenhinrichtungen von orthodoxen Priestern und Josef Stalin verlegte tausende Priester in Arbeitslager.

Evangelische Seelsorger in der russischen Armee?

Doch seit der Wende wächst die Christenheit in den einstigen Sowjetstaaten. Im grössten verbliebenen Land, in Russland, startet die Russische Evangelische Allianz nun gar ein Seelsorgeprogramm. Unlängst wurde eine Vereinbarung zwischen Vitaly Vlassenko, dem Generalsekretär der Russischen Evangelischen Allianz (REA), und dem Theologischen Seminar evangelikaler Christen in Moskau unterzeichnet, um ein Programm zu starten, das Militärseelsorger ausbilden wird.

Zum ersten Mal erwägt die russische Armee nun tatsächlich, evangelikale Seelsorger zu beschäftigen, die das Militär begleiten. Das russische Verteidigungsministerium lud im Herbst 2021 die Russische Evangelische Allianz offiziell ein, evangelische Seelsorger für die Armee zu stellen.

Evangelische Stimme verschafft sich Gehör

Die evangelische Stimme gewinnt im Osten an Gewicht. In den letzten Tagen wurde die Stimme in der Region in einer anderen Angelegenheit brückenbauend erhoben. Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) zeigte sich «sehr besorgt» über die politischen und sozialen Unruhen in Kasachstan. In einer gemeinsamen Erklärung der WEA zusammen mit der Zentralasiatischen Evangelischen Allianz (CAEA) wurde zur sofortigen Beendigung der Gewalt und zur Aufnahme eines Dialogs aufgerufen (Livenet berichtete).

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Datum: 14.01.2022
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / infochretienne / Evangelical Focus / Christian Today

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