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Open Doors-Jubiläum

65 Jahre und kein bisschen leise

Im Jahr 1955 begann Bruder Andrew, die Kirche in Osteuropa und Russland zu ermutigen. 65 Jahre später betreut Open Doors Projekte zur Unterstützung von verfolgten Christen in über 60 Ländern weltweit. Eine neue Entwicklung in der Arbeit sind die noch nie dagewesenen Möglichkeiten, Training und Ermutigung online anzubieten.

Iranische Christen
Quelle: Open Doors CH
Philippe Fonjallaz
Quelle: zVg
Bruder Andrew, Gründer von Open Doors
Quelle: www.opendoors.org.au

Am 15. Juli 1955 reiste Bruder Andrew erstmals nach Polen. Er wollte evangelisieren, doch er hörte Gottes Ruf, sich für die Kirche einzusetzen, die in Gefahr stand, vom Kommunismus erdrückt zu werden. «Wenn du wieder kommst, bring bitte Bibeln mit», sagte ein Pastor in Warschau zu ihm.

Es folgten Hunderte Reisen in einem VW Käfer, der 35 Jahre lang als Symbol im Logo für den Dienst stand. Anfangs wurden die Bibeln und christlichen Bücher ganz offen eingeführt. Nach und nach schlossen die Länder im Ostblock ihre Grenzen und verboten die Einfuhr von christlicher Literatur. Damit stand die Arbeit an einer Weggabelung. Sollten die Transporte aufhören, weil die Regierungen das verlangten? Oder sollte die Bibelverbreitung fortgesetzt werden, aber auf welche Weise?

Wie Bruder Andrew zum «Schmuggler Gottes» wurde

Die Entscheidung fiel auf die zweite Möglichkeit und Open Doors wurde bekannt für das Schmuggeln von Bibeln. Hunderte geheime Kuriere kamen nach Ermelo (NL), um eingeschult zu werden. Bibelschmuggler präparierten Campingbusse oder Wohnwagen, in denen bis zu 1100 Bibeln versteckt werden konnten. Christen in Osteuropa und Russland erhielten auf diese Weise die Bibeln, für die sie seit vielen Jahren gebetet hatten.

Klaas Muurling, selbst einer der Bibelkuriere und enger Mitarbeiter von Bruder Andrew sowie jahrelanger Sprecher von Open Doors Niederlande, erinnert sich: «Unser Büro sah aus wie ein Taubenschlag mit all den Kurieren, die dort ein und aus gingen. Täglich beteten wir für offene Türen an den Grenzen und immer wieder erhörte Gott unser Gebet. Er war auch unmittelbar bei uns, als meine Frau und ich an der russischen Grenze verhaftet wurden. Drei Tage wurden wir festgehalten und verhört. Diese Reise werde ich niemals vergessen.»

Gemeinden wachsen trotz Verfolgung

Ende der Siebziger sagte Bruder Andrew voraus, dass der Islam eine grössere Herausforderung für die Kirche werden würde, als es der Kommunismus jemals gewesen war. Während einer Gebetskampagne in den Neunzigern für die Kirche in der muslimischen Welt wurden diese Worte wahr. Der Iran war bereits 1979 zur islamischen Republik erklärt worden und auch in anderen Regionen in der arabischen Welt stieg die Verfolgung von Christen deutlich an. Paradoxerweise gehen das Wachstum von Verfolgung und von der Kirche Hand in Hand.

Unter dem Namen «Projekt Perle» schmuggelte Open Doors im Jahr 1981 eine Million Bibeln nach China. Die Fracht wurde unter grosser Geheimhaltung mit dem Schiff transportiert und an Tausende chinesische Gläubige am Strand von Swatow übergeben. Das «Time Magazine» bezeichnete die Aktion als «Riskantes Rendez-vous in Swatow».

Isoliert – aber erreicht

Anfänglich war die Bibelverbreitung die bekannteste und wichtigste Aufgabe von Open Doors. Später fragten verfolgte Christen nach Schulungen, um die Bibel besser zu verstehen, worauf auch Trainingsangebote zum Umgang mit Verfolgung folgten. Der Dienst wurde zusehends ganzheitlicher, um alle Bedürfnisse der verfolgten Christen abzudecken: So wurden auch Nothilfe, finanzielle Unterstützung und medizinische Hilfsmittel durch unsere sozioökonomische Entwicklungshilfe angeboten.

Mittlerweile erreicht Open Doors Millionen von Gläubigen durch Social Media und Online-Kanäle. «Neue Technologien lassen neue Möglichkeiten entstehen und wir erreichen sehr isolierte Christen. Aber unsere Priorität bleibt es, Christen vor Ort, dort wo sie leben, zu besuchen, um sie persönlich ermutigen zu können», sagt Philippe Fonjallaz, Direktor von Open Doors Schweiz und Österreich.

Open Doors 2.0 – dank Leib Christi in der Schweiz und Österreich

In der Golfregion ist es aufgrund von steigendem Druck durch die Regierungen schwierig, Christen zu besuchen. Der Bedarf an gedruckten Bibeln und christlichen Büchern wurde durch das Angebot von Online Materialien ergänzt. Im Jahr 2019 wurden täglich rund 9'000 Gläubige über Online-Angebote erreicht.

Nach 65 Jahren hat sich Open Doors diversifiziert und ist gleichzeitig seiner Kernaufgabe treu geblieben. Philippe Fonjallaz hält fest, dass «die Art und Weise, wie Gott diesen Dienst über die Jahre gesegnet hat, aussergewöhnlich ist. Er sorgt weiterhin treu für die Bedürfnisse unserer Brüder und Schwestern. Wir möchten den Grundwerten treu bleiben, die Bruder Andrew und die Mitgründer bei Open Doors implementiert haben, und in Gott verwurzelt bleiben, um unseren Dienst zu erfüllen. Gleichzeitig spreche ich unsere grosse Dankbarkeit für die Gebete und die Grosszügigkeit von Tausenden von Christen in der Schweiz und in Österreich aus.»

Zur Webseite:
Open Doors Schweiz
Open Doors Österreich
Open Doors Deutschland

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