Tina Schmidt nimmt Stellung

«Weltwoche» veröffentlicht Plädoyer für Enthaltsamkeit

«Ich war süchtig nach Sex. Wenn ich ihn wollte, dann kriegte ich ihn. Mit Ende dreissig änderte sich mein Lebensstil komplett. Die Erfahrungen, die darauf folgten, fühlten sich an, als ob der Himmel die Erde küsste.» Diese Sätze leiten einen Beitrag in der Weltwoche ein, dessen Inhalt überrascht. Es ist ein Plädoyer für sexuelle Enthaltsamkeit bis zur Ehe. Verfasst wurde es von Tina Schmidt (früher: Weiss, Künstlername Venus).
Tina Schmidt mit ihrem Plädoyer

Tinas Welt bestand einst aus Fashion, Lifestyle, Partys, Drogen und Männern. Die gelernte Buchhändlerin eroberte die Schweizer Glamourszene als Fashion-Bloggerin, freie Journalistin und Fotografin für Zeitungen und Magazine. Sie moderierte TV-Sendungen, kreierte mit ihrer Agentur «World of Venus» glamouröse Events, wurde zur Stylistin von Models und Prominenten.

Nach Indien, um sich selbst zu finden

Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere verliess Tina Weiss alles, was ihre Identität definierte und ihr im Leben Sicherheit und Sinn gab. Sie brach Kontakte zu Freunden und Familie ab und reiste nach Indien, um sich selbst zu finden. Dort begegnete das frühere Promi-Girl Gott und damit einer Liebe der anderen Art. In ihrem Buch «Venus – mein Leben zwischen Freiheit und Liebe» (fontis, 2017) erzählt sie von ihrem Hunger nach Liebe, Anerkennung und Tiefgang, während sie gleichzeitig verzweifelt und gefangen war in Zwängen, Bindungsängsten und Narzissmus. In Indien erkannte sie – wie sie sagt –, «dass die wahre Freiheit die heilige Gebundenheit des Herzens ist».

«Ich bin keine Spinnerin!»

Tina Weiss ist inzwischen verheiratet mit Samuel und heisst heute Tina Schmidt. Sie hat nach ihrer Stylisten-Karriere Theologie studiert und liebt es, für Menschen zu beten und ihnen von der Botschaft von Jesus Christus zu erzählen. Sie schreibt und arbeitet als Buchhändlerin. Im Weltwoche-Beitrag macht sie sich keine Illusionen: In unserer versexten Zeit sei «ein Plädoyer für die Ehe ziemlich verrückt und eines für die voreheliche Enthaltsamkeit umso verrückter. Doch ich bin keine Spinnerin und darf heute in einer segensreichen Ehe leben.»

Vor zehn Jahren hätte sie noch anders geredet. Jede Beziehung habe sie mit Sex gestartet, aber innerlich sei sie auf eine Beziehung aus gewesen: «Ohne den Mann richtig kennengelernt zu haben, glaubte ich bei jedem Abenteuer gern, den einen gefunden zu haben.» Zwar habe die romantische Vorstellung von einem Gefährten fürs Leben in ihr geschlummert. Die realistische Umsetzung sei an ihrer inexistenten Bindungs- und Konfliktfähigkeit gescheitert.

Die Wende durch Gottesbegegnung

Dann kam die Wende. Mit Ende dreissig sei sie befreit worden von der Angst vor Einsamkeit und Bindung, von der Sucht nach Selbstbefriedigung und nach Sex, den sie so oft mit Liebe verwechselt habe. Aufgrund der Liebe Gottes wisse sie nun, geliebt, gewollt und kostbar zu sein. Tina Schmidt: «Nie mehr würde ich mich so schnell hergeben. Ich erlag nicht mehr meiner Lust. Mein natürliches Schamgefühl und meine Würde waren wiederhergestellt.»

Warten mit «Ins-Bett-Hüpfen»

Gemeinsam mit ihrem späteren Ehemann sei ihr klar gewesen, dass sie mit Sex warten wollten bis zur Heirat. Sie hätten das «Ins-Bett-Hüpfen ans Ende und nicht an den Anfang der Beziehung stellen» wollen. Tina Schmidt: «Statt Sex zu haben, nährten wir einander mit viel Liebe und Respekt, kultivierten unsere Freundschaft und bauten ein solides Fundament.» Geduld sei eine wertvolle Tugend. Und fragt, was denn schon eine kurze Wartezeit sei im Hinblick auf ein ganzes gemeinsames Leben?

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Datum: 25.08.2020
Autor: Rolf Höneisen
Quelle: idea Schweiz

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