Zyperns Beitrag

«El Diablo» – Skandal bei der Eurovision?

Der Beitrag Zyperns für den Eurovision Song Contest (ESC) im Mai in Rotterdam sorgt bereits im Vorfeld für Ärger. Tausende unterzeichnen eine Petition, Unbekannte drohen mit Gewalt gegen den Staatsrundfunk.
Elena Tsagrinou

Es ist ein kleines Land, sorgt aber im Vorfeld für rote Köpfe: Zypern will den Song «El Diablo» (dt. der Teufel) mit der Sängerin Elena Tsagrinou ins Rennen schicken. Nun berichtet das Nachrichtenportal der zyprischen Zeitung «Fileftheros» von Drohungen, die Zentrale des zyprischen Staatsrundfunks CyBC in Brand zu setzen. Die Polizei ermittelt, woher die Drohungen stammen.

Ebenfalls läuft auf dem Internet eine Petition gegen das Lied, die bisher über 14'000 Unterschriften erreicht hat. «Das Lied ist skandalös für uns Christen», heisst es darin. Der Religionslehrerverband zeigte sich «angeekelt» von dem Text, in dem die Sängerin «Satan preist, ihm ihr Leben verschreibt und ihn liebt». Es stelle sich die Frage, warum der Sender ein Lied von derart «niedriger Qualität» ins ESC-Rennen schicken wolle. Den Song «El Diablo» haben Jimmy Thornfeld, Laurell Barker sowie Oxa und Thomas Stengaard komponiert.

Psychologisierte Erklärung

«Ich habe mein Herz 'El Diablo' gegeben», heisst es im Song, «weil er mir sagt, dass ich sein Engel bin.» Das zyprische Staatsfernsehen sah sich zu einer Erklärung genötigt: Das Lied sei keine Huldigung des Teufels, sondern handle «vom ewigen Kampf zwischen Gut und Böse». Es gehe um die Liebe zu einer Person, die so böse «wie der Teufel» sei, von der die Hauptperson abhängig sei und frei werden wolle.

Welche Erklärung auch immer gegeben wird: Ist das Ganze ein Sturm im Wasserglas, ein raffiniert kalkulierter Propagandaskandal oder wird hier wirklich mit dem Feuer gespielt?

Gibt’s ihn oder gibt’s ihn nicht?

Die Aufklärung hat dem Teufel wahrscheinlich einen grossen Dienst erwiesen, indem sie ihn abgeschafft hat. In der Bibel wird nicht lediglich «das Böse», sondern an vielen Stellen «der Böse» thematisiert, ein personales Wesen also. Nach dem christlichen Verständnis war Satan ein ranghohes Engelwesen, das sich gegen Gott erheben wollte und darum aus seiner Position «herabgestürzt» wurde (nachzulesen in Jesaja Kapitel 14 und Hesekiel Kapitel 28). Es geht also nicht um einen Anti-Gott, sondern einen Anti-Engel, das ist wichtig: Der Teufel ist nicht allmächtig, nicht allwissend und nicht allgegenwärtig wie Gott. Nicht zuletzt darum setzt er auf Tarnung: So kommt er gern als «Engel des Lichts» daher, also in durchaus verführerischer Verkleidung. Jesus nennt ihn schlichtweg einen «Lügner und Mörder».

Ein Wörtlein kann ihn fällen

Aus Liebe zu Menschen warnt die Bibel wiederholt vor dem Teufel, der «umhergeht wie ein brüllender Löwe und versucht, zu verschlingen». Gesunder Respekt vor den verführerischen Möglichkeiten dieses Mörders ist also angebracht – die Petitions-Macher gegen «El Diablo» spüren, dass man ihn nicht verherrlichen darf. «Gross Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd' ist nicht seinsgleichen», weiss Martin Luther aus eigener Erfahrung.

Gegen eine ungesunde Faszination dieses Bösewichts, der auch Christen erliegen können, setzt die Bibel allerdings die wichtigste Lehre über den Teufel: Er ist besiegt. Jesus versteht sein eigenes Kommen, seinen Tod und seine Auferstehung als Gericht über den Bösen – «ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fahren», sagt er einmal. Darum noch einmal Luther: «Ein Wörtlein kann ihn fällen.» Das Leben eines Christen ist eine Doppelbewegung: «Widersteht dem Teufel, dann flieht er vor euch (!) – naht euch zu Gott, dann naht sich Gott zu euch» (Jakobusbrief Kap. 4 Verse 7-8) Der Möchtegern-Gott wird also nicht durch eigene Anstrengung, sondern in der Hinwendung und durch die Nähe zum wahren Gott in seine Schranken gewiesen.

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Datum: 03.03.2021
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Jesus.ch / Medienmagazin pro / taz

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