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Versammlungsverbot bis im Juni

Gottesdienste verboten, Pfingstlager abgesagt

Der Bundesrat hat am 16. April 2020 seine Corona-Ausstiegsstrategie bekanntgegeben: Gottesdienste fallen weiterhin aus - wohl bis zum 8. Juni. Auch die grossen Jugendlager müssen gestrichen werden. Bei Beerdigungen gibt es schon früher eine kleine Lockerung. Die Exit-Strategie und was sie für die Kirchen bedeutet, ist Thema eines Livenet-Talks heute Nachmittag.

Mann mit gefalteten Händen in einer Kirche
Quelle: unsplash.com

«Das Veranstaltungsverbot, das auch Gottesdienste erfasst, gilt weiterhin und ist vom heutigen Bundesratsentscheid nicht betroffen», teilte das Bundesamt für Gesundheit auf Anfrage mit. Der Bundesrat habe Lockerungen zum 8. Juni in Aussicht gestellt, sagte ein Sprecher von Bundesrat Alain Berset gegenüber kath.ch. «Das würde dann auch die Gottesdienste betreffen.»

Beerdigungen neu «im Familienkreis möglich»

Bei Beerdigungen gibt es schon früher eine kleine Lockerung. Per 27. April hat der Bundesrat die Begrenzung auf den engen Familienkreis aufgehoben. «Zulässig werden also Beerdigungen im Familienkreis sein», teilte das Bundesamt für Gesundheit mit. «Grosse Begräbnisse in einem Freundes-/Quartierkreis sind damit weiterhin unzulässig.» Die Verantwortlichen seien aufgefordert, die Hygiene- und Distanzregeln in einem Schutzkonzept zu konkretisieren und umzusetzen.

Freikirchen erarbeiten «Wiedereröffnungsplan»

Eine neunköpfige Arbeitsgruppe des Verbandes Freikirchen Schweiz (VFG) befasst sich derzeit mit der Wiedereröffnung des Gemeindelebens. Mit dem Entscheid des Bundesrats vom 16. April zur schrittweisen Aufhebung des gegenwärtigen Lockdowns ändert sich für die Kirchen vorderhand nichts. Das Versammlungsverbot bleibt bis zum 8. Juni bestehen und umfasst auch Kleingruppen und Jungscharen. Diese trifft es besonders hart. Die Gemeinschaft fehlt und nun fallen auch noch die Lagerhöhepunkte weg. Peter Schneeberger vom VFG: «Die Lager über Auffahrt und Pfingsten können nicht durchgeführt werden.» Wie steht es um die beliebten SOLAs? «Nach heutigem Stand sind internationale Sommerlager fast nicht durchführbar», bedauert der Freikirchenpräsident.

BESJ als Ansprechpartner

Für alle Fragen, wie und ob Sommerlager im Rahmen der kirchlichen Jugendarbeit durchgeführt werden können, verweist der VFG auf den Bund Evangelischer Schweizer Jungscharen. Der BESJ sei in diesem Bereich der kompetente Ansprechpartner. Auch beim BESJ geht man davon aus, dass das Versammlungsverbot bis zum 8. Juni aufrechterhalten wird. Der Verband bittet seine Jungschar-Gruppen, sich an die Weisungen des Bundesrates zu halten, das heisst bis zum besagten Zeitpunkt auf alle physischen Treffen zu verzichten. Das heisst keine physischen Jungschinachmittage und Pfingstlager und Auffahrtslager fallen den Corona-Massnahmen zum Opfer. «Was dies genau für Sommerlager bedeutet, wissen wir noch nicht», teilt der BESJ mit. Wer auf Nummer sicher gehen will, dem wird geraten, auch das SOLA abzublasen. Man könne aber auch noch zuwarten, bis zu neuen Informationen vom Bundesrat Ende Mai, anfangs Juni. Das gleiche gelte für die BESJ-Sommerkurse.

Vermehrte Lobbyarbeit in Bern

Der Verband der Freikirchen ruft noch einmal dazu auf, sich an die Massnahmen des Bundesrates zu halten. Zurzeit würden Anstrengungen unternommen, um die kirchlichen Fragen in den Fokus der Bundesbehörden zu bringen. Kontraproduktive Einzelaktionen sollten deshalb unbedingt vermieden werden. Man wolle den Weg durch die Krise gemeinsam gehen. Tatsächlich stellt sich die Frage, wie gut die Kirchen in Bern vertreten sind. Anders als die Wirtschaftsverbände, werden sie dort bis jetzt nicht wahrgenommen.

Livenet-Talk: «Was bedeutet die Exit-Strategie für die Kirchen?»

Unter der Leitung von Livenet-Redaktionsleiter Florian Wüthrich diskutierten VFG-Präsident Peter Schneeberger, GVC-Pastor Johannes Wirth und PR-Beraterin Brigitte Frei im Talk vom 17.04.2020 über die kleinen Schritte zurück in die Normalität des Gemeindelebens. Hier können Sie sich dieses Gespräch in voller Länge anhören:


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