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Keine Gnade während Pandemie

China verhaftet Christen wegen Online-Gottesdienst

In der Coronakrise zeigt China ein grimmiges Gesicht gegenüber seiner christlichen Minderheit. Nun wurden sogar Christen verhaftet, weil sie einen virtuellen Gottesdienst besuchten.

Chinas Internetpolizisten
Quelle: Bitterwinter.org

Eine Reihe von Leitern der «Early Rain Covenant Church» wurde in ihren Häusern festgenommen, als sie an einem virtuellen Gottesdienst teilnahmen. Seit Dezember 2018, nach einer Razzia im Gebäude der Gemeinde sowie einer Massenverhaftung, hat sich die Gemeinde nicht mehr persönlich getroffen.

Obwohl viele Leiter und Mitglieder inzwischen aus der Haft entlassen wurden, wurde Hauptleiter Wang Yi Ende letzten Jahres zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Nun stürmten Beamte des Büros für öffentliche Sicherheit noch während dem Online-Gottesdienst in die Häuser von sechs Kirchenführern.

Einschüchtern und drohen

Ein Mitglied sagte: «Ich war bei der Zoom-Konferenz dabei. Während einiger Zeit blieb es ruhig und ich dachte, dass dies wegen einem Verbindungsproblem sei. Dann hörte ich einen Streit ausbrechen und ein Gemeindeleiter fragte: 'Wer sind Sie, dass Sie uns das antun?'»

Die Beamten sollen während dem Vorfall gedroht haben: «Nehmen Sie nicht mehr an bereits verbotenen religiösen Aktivitäten teil! Hören Sie nicht mehr auf die Predigten von Pastor Wang! Wenn Sie das noch einmal tun, werden wir uns ernsthaft damit befassen und Sie alle mitnehmen!»

Bei einer der Zielpersonen wurde die Stromversorgung unterbrochen, während andere einschüchternde Telefonanrufe erhielten, in denen ihnen gesagt wurde, dass «die Polizei sie bald besuchen würde». Die sechs Christen wurden inzwischen aus der Haft entlassen.

Kirche über Ostern niedergerissen

Wegen «Sicherheitsbedenken» wurde eine weitere – sogar staatlich anerkannte – Kirche abgerissen. Die Behörden haben die Kirche Donghu in der chinesischen Provinz Qinghai am Ostersonntag mit einem Bulldozer niedergerissen. Dies zur grossen Bestürzung der Mitglieder, von denen viele dort seit zwei Jahrzehnten Gottesdienste besuchen.

Im Jahr 2003 erhielt die Donghu-Gemeinde den Status einer «Drei-Selbst-Kirche» und wurde somit in das offizielle Register staatlich anerkannter Gemeinden der chinesischen Regierung aufgenommen. Mit mehr als 300 Mitgliedern ist sie die älteste und grösste Kirche im Bezirk Chengxi.

Schon 2017 versuchten die Behörden die Kirche zu schliessen, doch nachdem Protest aufgekommen war, blieb sie vorerst stehen. Die Suche nach einem neuen Standort wurde abgelehnt.

Harter Kurs geht weiter

Damit wird trotz der Weltkrisensituation der harte Kurs des vergangenen Jahres weitergezogen (Livenet berichtete). Beamte nutzten die Ausgangssperren, um bereits in früheren Monaten freie Hand bei der weiteren Zerstörung religiöser Gebäude zu haben.

Schon früher im Jahr wurden christliche Gemeinden aufgefordert, die chinesische Flagge an ihren Gebäuden aufzuhängen und Lieder für die Regierung zu singen. Mancherorts stehen Beamte unter Druck, christliche Aktivitäten zu melden. Der Druck wird von Stufe zu Stufe weitergereicht. Die Regierung verbietet inzwischen christliche Kinderlager, wenn diese öffentlich zugänglich sind.

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