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«Kirchen sind systemrelevant»

Freikirchen bereiten sich auf Öffnung vor

Einen Monat nach den Beizen sollen auch die Kirchen wieder öffnen und Gottesdienste feiern können. Dazu sind jedoch zahlreiche Vorkehrungen zu treffen.

Einige Gebäude von Schweizer Freikirchen.
Quelle: Livenet
Erich von Siebenthal (SVP)
Quelle: svp-bern.ch
Peter Schneeberger
Quelle: zVg

Nach dem 8. Juni (einem Montag!) sollen wieder Gottesdienste gefeiert werden können. Doch das geht nur mit zahlreichen Schutzmassnahmen. Der Verband freikirchen.ch (VFG) hat jetzt zusammen mit der Evangelischen Kirche Schweiz (EKS) und der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA-RES) ein Corona-Schutzkonzept erarbeitet, das dem Bundesrat vorgelegt wird.

Freikirchen für geordnete Öffnung

«Ich sehne mich danach, dass wir uns wieder treffen können. Kirche lebt von der Gemeinschaft», erklärt Peter Schneeberger, Präsident des Verbandes Freikirchen.ch, in einer Medienmitteilung. Der Verband nehme die Ausbreitung des Corona-Virus sehr ernst und respektiere die Regeln des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Schneeberger geht davon aus, dass die Kirchen bis Juni voraussichtlich keine öffentlichen Gottesdienste feiern können. Dazu der VFG-Präsident: «Das Verbot der Gottesdienste schränkt die Religionsfreiheit stark ein. Die Kirchen fordern daher, dass ihre Veranstaltungen wieder geordnet geöffnet werden können.»

Kirchen sind Teil der Grundversorgung

«Kirchen sind in Krisen 'systemrelevant' und beim Überleben von schwierigen Zeiten notwendig. Sie sind dadurch auch ein Teil der 'Grundversorgung'», erklärt Peter Schneeberger: «Kirchen haben die Möglichkeit, Menschen bei den traumatischen Verhältnissen, die durch Kurzarbeit, Arbeitsverlust, Einsamkeit oder Druck in der Familie durch Homeschooling mit ihrem sozialen Gefüge aufzufangen.» Gerade die Ostertage hätten gezeigt, dass Gottesdienste vielen Tausenden Menschen Orientierung und Halt unter den schwierigen Lebensbedingungen der Krise geben.

Berner Nationalrat verlangt sofortige Öffnung

Unterstützung erhalten die Kirchen jetzt von politischer Seite, konkret von SVP Nationalrat Erich von Siebenthal. Der Methodist verlangt vom Bundesrat eine sofortige Öffnung für die Kirchen für Gottesdienste.

In einem Beitrag auf der Webseite der SVP schreibt von Siebenthal: «Gerade in Krisenzeiten leidet oft die Seele. Deshalb ist es jetzt dringend an der Zeit, dass nicht nur Läden und Restaurants, sondern auch Kirchen ihre Tore wieder öffnen dürfen. Denn auch in unserer modernen Zeit bietet die Kirche vielen Menschen Halt, Geborgenheit und Trost.»

Schneeberger: Gute Vorbereitung entscheidend

Für die Freikirchen in der Schweiz ist es laut Freikirchen-Präsident Peter Schneeberger entscheidend, dass sie sich auf Grundlage des Schutzkonzepts rechtzeitig für die Öffnung vorbereiten. Ihnen komme zugute, dass die meisten Gottesdienstbesucher auch Mitglieder und daher bekannt sind. Die Freikirchen könnten aber auch analog zu Restaurants schon früher einsteigen, und zwar mit Kleingruppen im persönlichen Bereich, sobald das Versammlungsverbot für Gruppen über fünf Personen aufgehoben ist. Für sie hat der Freikirchenverband ein spezielles Schutzkonzept erarbeitet.

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