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Istanbuls Christen

Die Coronakrise österlich überwinden

Die Ausgangsverbote in Istanbul verhindern die persönliche Begegnung der evangelischen Christen. Doch der Austausch auf den verschiedenen digitalen Kanälen ist lebendig und hoffnungsvoll.

Istanbul
Quelle: Pixabay

Schon im dritten Monat sind evangelikale Christinnen und Christen in Istanbul durch Corona isoliert. Ihre Gemeinden leben sonst von der engen und starken Gemeinschaft. Doch jetzt sind auch hier die Versammlungsräume und sonstige Kontaktzentren geschlossen. Ebenso das christliche Reisebüro Oktogon in der Oberstadt von Tepebasi. Ausgangsverbote verhindern die persönliche Begegnung. Doch so gut wie alle haben ein Handy. Per SMS werden die Gemeinden zusammengehalten.

Die Krise als Einladung

Frau Fügen Azrak von der charismatischen Freikirche «Every Nation» im Arbeiterstadtteil Kagithane – zu Deutsch «Papierfabrik» – versendet die wöchentliche «Opferpredigt» bis auf weiteres digital. In der österlichen Freudenzeit bis Pfingsten, den Tagen der Begegnungen der Jüngerinnen und Jünger mit dem auferstandenen Jesus, stellt Frau Azrak die Frage: Was kann Osterjubel unter Corona überhaupt für uns bedeuten? – Die Antwort darauf gebe uns die Bibel: «Auf den ersten Blick erscheinen auch die Osterevangelien wenig österlich, kein Halleluja und keine erwachende Natur. Es gibt kein Ostern ohne das tiefe Erschrecken darüber, dass mit dem, was mit Jesus geschehen ist, die menschlichen Erwartungen grundsätzlich zerschmettert worden sind. Auferstehungserfahrungen entstehen im Dialog und in der Begegnung (mit dem Engel, mit Jesus selber). Sie sind kein philosophisches Konstrukt.»

Fügen Azrak fährt fort: «Für den Apostel Thomas sind Jesu Wunden kein Zeichen der Abwesenheit Gottes, sie werden zum Ort der Gottesbegegnung. Gott ist der Mitleidende, der unsere Verletzungen teilt. Er nimmt uns damit auch alle Illusionen von einer heilen Welt. Corona ist eine Einladung, sich auf Jesus einzulassen, auf dieses neue Leben, das vom Auferstanden kommt – mitten in dieser verwundeten und dunkel gewordenen pandemischen Welt!»

Die Quelle von Heil und Heilung

Ebenso ermutigend klingen die «Hallelujas» der türkischen «Assemblies of God», die sich am Bosporus «Uluslar Kilisesi Dernegleri» nennen, «Kirchgemeinden der Völker». Was sonst bei ihren Versammlungen spontan verkündet wurde, wird jetzt zur Coronazeit zuversichtlich hinausgetwittert: «Jesus, du lädst uns ein, dir zu begegnen, nicht in der Schockstarre dieser Tage zu verharren, dich als den Hirten zu entdecken, der das Leben in Fülle schenkt!»

In ihrem gegenseitigen, oft stündlichem digitalen Austausch bestärken sich Istanbuls baptistische, pfingstkirchliche und sonst evangelikale Christen im festen Glauben, dass sie im Ringen mit dem Virus nicht auf sich allein gestellt sind und jede Heilung nur von ärztlicher Kunst und pharmazeutischer Wissenschaft zu erwarten haben. Heilung und Heil liegen letztlich in der Hand des Heilands allein.  

Schönes, Schweres, Tiefsinniges …

Nach den Wahrnehmungen der deutschen evangelischen Pfarrerin Gabriele Pace hat die Corona-Isolation nicht zu einem verminderten Kontakt zwischen den Gemeinden und ihren Frauen und Männern geführt, sondern vielmehr zu einem verstärkten, herzlichen und persönlichen Kontakt. «Dabei ist viel Schönes, Schweres und auch Tiefsinniges ausgetauscht worden und hat uns untereinander noch mehr vernetzt und verbunden.»

Quirlige WhatsApp-Gruppe

«Eine schöne Entwicklung in dieser Krisenzeit, die mich insbesondere freut», sagt die katholische charismatische Aktivistin Beate Kretschmann, «ist die Geburt einer quirligen und lebendigen WhatsApp Gruppe, in der Freud und Leid, Blumen und Ausblicke geteilt werden.» Aussichten aus dem Fenster der eigenen Isolierung, Ausblicke in eine hellere, verinnerlichte Zukunft: «Auf christliche Gemeinde als Suchgemeinschaft des Besseren, des neuen Lebens, das vom Auferstandenen kommt!»

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