Talk mit Tabea und Tabea

Zwei Powerfrauen über Mut, Gehorsam und Freude trotz Corona

Im Livenet-Talk spricht Flo Wüthrich den beiden Powerfrauen Tabea Oppliger und Tabea Legler: Die eine baute ein Sozialunternehmen in Tel Aviv auf, die andere stand als Sängerin der Nationalhymne am Eidgenössischen Turnfest 2019 im Rampenlicht. Sie erzählen von wagemutigen Episoden ihres Lebens und motivieren, mutig vorwärts zu gehen.
Tabea Oppliger per Zoom aus Tel Aviv zugeschaltet.
Tabea Legler
Tabea Legler und Tabea Oppliger

In der Januarserie «Mutig & frei» spricht Livenet mit Menschen, die durch ihr Leben eine Inspiration für andere sind. Diesmal sind zwei Frauen im Livenet-Talk – beide tragen den Vornamen Tabea.

Den «wilden Geist» vom Vater geerbt

Tabea Legler ist das zweitälteste von sechs Kindern. «Wir waren ein wilder Haufen», blickt sie zurück. «Unser Vater ist ein wirklich Wilder. Wenn er beispielsweise mit dem Motorrad daherkam, fuhr er entweder auf dem Vorder- oder auf dem Hinterrad. Seinen wilden Geist habe ich geerbt.» Von Natur aus sei sie überhaupt nicht ängstlich. «Ich habe schon immer gerne mutige Dinge getan. Freche und mutige Sachen.»

Tabea lernte Kindergärtnerin und arbeitete bis 28 in diesem Beruf. Zusammen mit ihrem Ehemann entschied sie dann, das Hillsong College in Australien zu besuchen. «Es war ein Jahr geplant, es wurden dann aber drei.» Ihr Mann studierte Theologie, sie Worship & Creative Arts.

Später katapultierte ein überraschender Auftritt am eidgenössischen Turnfest Tabea ins Rampenlicht (inkl. Fernsehen, Livenet berichtete). «Ich hatte zwar Bühnenerfahrung, war in dieser Zeit musikalisch aber nicht sehr aktiv.» Es war ein grosses Ding, aber auch eine riesige Möglichkeit.

«Fühlst du dich sicher?»

Als zweiter Gast ist Tabea Oppliger im Livenet-Talk. Wer sie kennt, weiss: Tabea ist eine mutige Person. «Ich stelle meinen Kinder stets die Frage, ob sie sich sicher fühlen», erzählt sie. Wenn sie bejahen, ermutigt sie zu einem mutigen Schritt. «Dieselbe Frage stelle ich mir auch.» Das gibt Mut, um vorwärtszugehen. «Wir alle brauchen Menschen, die uns helfen, uns sicher zu fühlen. Und manchmal brauchen wir auch den Mut zu sagen, dass wir es nicht oder noch nicht schaffen.»

Als sechstes Kind ihrer Familie kam Tabea in Papua-Neuguinea zur Welt. Mit 16 kam sie für eine Berufslehre in die Schweiz. 2014 zog sie mit Mann und Kindern nach Tel Aviv, um eine Sozialarbeit aufzubauen und sich gegen Menschenhandel einzusetzen.

Wo haben wir einen heiligen Zorn?

«Lange Zeit habe ich mich gefragt, wo mein 'heiliger Zorn' liegt», erzählt Tabea Oppliger. «Wo habe ich etwas, das mich dazu bringt, mich voll für eine Sache einzusetzen?» Mit dem Menschenhandel hatte sie ihr Thema gefunden. Die Erinnerung an die Begegnung mit einem Opfer, liess sie nie mehr los.

Sie beschreibt den Weg ihrer Familie, um sich in Tel Aviv niederzulassen. «Wenn sich eine Tür nicht öffnet, hat Gott uns den Schlüssel dazu nicht gegeben», erklärt sie ihre Einstellung. «Trotzdem müssen wir Schritte gehen, damit etwas passiert.» Und dies hat sie erfahren. Doch trotz offener Türen wartete keine leichte Zeit auf sie. «In den Anfängen standen wir mehrmals kurz davor, aufzugeben.» Doch auch Aufgeben kostet Mut.

Mehr über die Geschichte von Tabea Oppliger ist in ihrem Buch «No Filter», welches im Fontis Verlag erschienen ist, zu lesen.

Mut und Freude trotz Corona

«Wenn wir mit Gott unterwegs sind, ist es ein grosses Geschenk, in ihm geborgen zu sein», sagt Tabea Legler. Wir müssen uns nicht einschüchtern oder entmutigen lassen. Wie Gott Josua ermutigt hat, so will er auch uns ermutigen, mutig vorwärts zu gehen. Tabea will sich nicht von der Angst bestimmen lassen und die Freude nicht verlieren. «Wenn du zu viel studierst, kannst du Angst vor 2021 kriegen. Es bringt aber nichts, sich zu sorgen. Und wir sind crazy genug, uns weiterhin am Leben zu freuen.»

Tabea Oppliger berichtet von den Herausforderungen in Israel. «Hier bedeutet ein Lockdown etwas anderes als in der Schweiz. Während des ganzen 2020 gingen meine Kinder nur gerade zwei Monate zur Schule.» Im Gegensatz zu Schweiz halten sich viele Israelis aber nicht an die behördlichen Anordnungen. Es gibt viel Chaos, was für ihre Sozialarbeit eine grosse Schwierigkeit darstellt.

Leben im Hier und Jetzt

«2020 lernte ich, was es heisst, im Moment zu leben», sagt Tabea Oppliger. «Präsent sein und die Gegenwart geniessen. Gerade in einer Zeit, in der man nicht weiss, was auf uns zukommt, ist mir dies eine enorme Hilfe.» Die Sorgen um die Zukunft können es einem schwarz vor Augen werden lassen. Dann gilt es, Schritt um Schritt zu nehmen und sich um die Herausforderung des Tages zu kümmern. Im Dezember war sie auf einem kurzen Besuch in der Schweiz. «Die Schweizer sind offensichtlich bedrückt. Die Israelis sind da anders: Sie lassen sich ihre Lebensfreude nicht nehmen.» Das sollten wir auch nicht tun. Und Tabea Legler motiviert mit einem Bibelvers: «Die Freude am Herrn ist eure Stärke.»

Sehen Sie sich hier den ganzen Livenet-Talk an:

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Datum: 15.01.2021
Autor: Markus Richner-Mai
Quelle: Livenet

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