Wende im Fall Leah Sharibu?

Nigerianische Regierung spricht von Freilassung

Die nigerianische Regierung hat bekannt gegeben, dass es Bemühungen gibt, die Freilassung von Leah Sharibu zu erreichen. Gleichzeitig wurden am Dienstag 18 Christen in einem Dorf umgebracht.
Leah Sharibu

Die nigerianische Regierung hat bekannt gegeben, dass es Bemühungen gibt, die Freilassung von Leah Sharibu zu erreichen. Gleichzeitig wurden am Dienstag 18 Christen in einem Dorf umgebracht.

Die christliche Teenagerin war eines von 110 Mädchen, das 2018 von der nigerianischen Terrorgruppe Boko Haram entführt wurde. Die Klassenkameradinnen wurden einen Monat später nach Verhandlungen zurückgebracht, da sie alle Musliminnen waren – Boko Haram hatte fälschlich gemeint, Christinnen entführt zu haben.

Leah Sharibu, die einzige Christin unter ihnen, wurde die Freiheit verweigert, weil sie sich weigerte, zum Islam zu konvertieren, was eine Voraussetzung für ihre Freilassung gewesen wäre.

Freilassung soll sichergestellt werden

Nun hat General Lucky Irabor, Stabschef der Verteidigung, in einem TV-Interview erklärt, dass es «Pläne und Verfahren» gebe, um die Freilassung «nicht nur von Leah Sharibu, sondern auch von jeder anderen gefangenen Person» sicherzustellen: «Ich möchte den Nigerianern und der ganzen Welt versichern, dass die Bundesregierung mit Hilfe des Militärs sehr hart daran arbeitet, dass alle, die gefangen gehalten werden, ihre Freiheit wiedererlangen.»

Er bestätigte auch, dass die bewaffneten Gruppen, die im Nordwesten des Landes operieren, nun als Terroristen bezeichnet werden.

Kathaza Gondwe, Direktorin der Organisation «Christian Solidarity Worldwide» (CSW), hält fest, dass die Freilassung der christlichen Teenagerin längst überfällig sei. «Es ist eine verspätete Nachricht, da der nigerianische Präsident den Eltern von Leah seit 2018 versprochen hat, dass er sich schnell für ihre Freilassung einsetzen würde. Aber es ist eine willkommene Entwicklung.»

In keinem Land werden mehr Christen umgebracht

In keinem Land werden mehr Christen aufgrund ihres Glaubens getötet, wie in Nigeria. Am Dienstag, 11. Januar 2022 wurden im Dorf Ancha in Jos im nigerianischen Bundesstaat Plateau 18 Christen getötet. Dies durch die Hand von Islamisten aus der Fulani-Volksgruppe.

Es war bereits der zweite Angriff auf die christliche Gemeinschaft in Nigeria innerhalb einer Woche sowie der insgesamt siebte von islamistischen Kämpfern gegen das Dorf Ancha.

Einwohner fürchten um ihr Leben

Zu den Opfern des jüngsten Angriffs gehörte der Sekretär der örtlichen Baptistengemeinde, berichtet «International Christian Concern» (ICC). Die Angreifer brannten ausserdem über hundert Häuser, Lebensmittellager und Ernten nieder.

Der Überlebende John Rivu Bulus sagte, er sei das einzige überlebende Familienmitglied nach einer Reihe von Fulani-Angriffen, fürchte aber weiterhin um sein Leben. «Die Fulani haben es jetzt auf mein Leben abgesehen; alle meine Familienmitglieder wurden von ihnen getötet.»

«Regierung schweigt zu Dschihad»

Ein Jugendleiter namens Irigwe sagte gegenüber ICC, dass die Regierung es versäumt habe, die Christen zu schützen. «Es gibt einen Plan für den Dschihad in Nigeria, aber die nigerianische Regierung schweigt weiterhin. Wir flehen die Christen in der Diaspora an, uns zu helfen.»

ICC-Präsident Jeff King: «Im Moment brauchen unsere christlichen Brüder und Schwestern in Nigeria unsere Gebete.»

Zum Thema:
2 Tote und Dutzende Entführte: Neue Angriffswelle auf Christen in Nigeria
«Akt des reinen Bösen»: 110 Tote bei Massaker in Nigeria
Weil sie Christin ist: Leah Sharibu seit drei Jahren verschleppt

Datum: 17.01.2022
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Premier / Christian Today

Werbung
Livenet Service
Werbung