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«Christliches» rückläufig

Deutliche Zunahme von Kremation und alternativen Bestattungen

Europäer werden säkularisierter. Das führt unter anderem dazu, dass sich immer weniger Menschen traditionell christlich bestatten lassen wollen und alternative Methoden bevorzugen.

Beerdigung
Quelle: unsplash.com

Neuere Untersuchungen zeigen: Immer mehr Menschen in Europa wollen sich auf andere Art als die traditionell «christliche» bestatten lassen. Der Mitgliederschwund der historischen protestantischen und katholischen Kirchen ist einer der Gründe für diese Entwicklung, wie das Magazin «Evangelical Focus» jetzt berichtet.   

Grossbritannien

Eine Untersuchung der Vereinigung der Bestattungsunternehmer in Grossbritannien hat ergeben, dass heute deutlich mehr Menschen für ihre Bestattung eine nicht-religiöse Zeremonie wünschen. Menschen wünschen sich Anlässe im Wald, im Café oder sogar im Zoo, wo ihre Familien Abschied von ihnen nehmen können.

Traditionelle Bestattungen sind um 34 Prozent zurückgegangen, wie die Untersuchung ergab. Von 4'000 Befragten wünschten sich nur zehn Prozent eine traditionelle Bestattung, die gewöhnlich dem christlichen Ritual folgt.

Ein Drittel der Befragten wünschen überhaupt keine Abschiedszeremonie. Im Jahr 2019 wurden vier Prozent der Briten «direkt kremiert».

Schweden

In Schweden werden sogar mittlerweile acht Prozent der Bevölkerung ohne offizielle Zeremonie bestattet – ihr Körper wandert direkt vom Spital zum Krematorium. Vor zehn Jahren waren es nur zwei Prozent.

Oft ist das Motiv, dass man niemandem zur Last fallen will – oder gar keine Personen da sind, die eine Bestattung feiern könnten. Schweden hat den höchsten Anteil an allein lebenden Menschen in der Welt mit durchschnittlich nur 1,8 Personen per Haushalt.

Spanien

Spanien war einst ein tief katholisches Land. Seit 30 Jahren allerdings breitet sich die Feuerbestattung auf der Iberischen Halbinsel aus. Laut dem Verband spanischer Bestattungsunternehmer Panasef wurden 2005 etwa 20 Prozent aller Toten eingeäschert, 2016 waren es bereits über 40 Prozent und für das Jahr 2025 rechnet der Sektor mit einem Anteil von 60 Prozent. «Um dieser steigenden Nachfrage gerecht zu werden, gibt es in unserem Land bereits 380 Krematoriumsöfen, die meisten in ganz Europa», berichtet Panasef.

Der Umgang mit der Asche der Verstorbenen ist dabei locker: So kann die Urne auf den heimischen Kamin gestellt oder im Garten oder auch an anderen nichtöffentlichen Orten vergraben werden.

Deutschland und die Schweiz

In Deutschland sind die Kremationen im Zeitraum von 1960 bis 2017 von 10 Prozent auf 66 Prozent aller Todesfälle angestiegen. In der Schweiz liessen sich im Jahre 1960 rund 15 Prozent kremieren, im Jahr 2015 waren es rund 85 Prozent, wie der Verband der Feuerbestatter in seiner Statistik angibt. Allein in den 60er-Jahren betrug der Anstieg rund fünf Prozent. Immer häufiger würden heute die Urnen auch direkt den Angehörigen übergeben, statt eine traditionelle Trauerfeier durchzuführen.

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