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«OK Boomer»

Generationen gegeneinander oder miteinander?

In letzter Zeit macht ein kurzes, oder eigentlich zwei kurze Worte die Runde – 'OK Boomer', ziemlich abschätzig gesagt von Millenials. Wer sind die Boomer, wer die Millenials, was meinen sie damit und welche Haltung steht dahinter?

Zwei Generationen
Quelle: unsplash.com

Boomer sind Leute, welche der Nachkriegsgeneration angehören und bis Anfang der 1960iger Jahre geboren wurden. In dieser Zeit boomten die Geburten, viele Kinder kamen zur Welt. Boomer denken oft, dass sie noch gelernt hätten zu arbeiten, und halten nun den Millenials, die seit den frühen 1980iger Jahren geboren wurden, vor, dass diese ja nicht mehr wüssten, wie man richtig arbeitet. Die Millenials wehren sich dann gegen die 'Besserwisser' mit einem abfälligen 'OK Boomer'!

Die Generationen scheinen sich nichts mehr zu sagen zu haben und bleiben unter sich. Jeder hat sein eigenes Programm. Kürzlich erzählte mir eine 32-Jährige, dass Ü30-Parties (für über 30-Jährige) schon um 21.30 Uhr beginnen, weil man in dem Alter nicht mehr bis um 23 Uhr warten wolle, bis die Party beginnt. Nur zehn Jahre Altersunterschied und schon gehört man einer anderen Generationen an!

Generationen, die sich nicht verstehen, die sich gegeneinander wenden und nichts mit einander zu tun haben wollen, muss das denn sein?

Wie sieht es bei den Christen aus?

Auch hier ist es nicht viel anders: Die Kleinsten sind in der Hüte, die Schulkinder im KidsTreff/Kindergottesdienst, die Teenies im Teensclub, die jungen Mütter unter sich, die Senioren beim Seniorenessen etc. Auch in der Gemeinde sind die Generationen getrennt und wir wundern uns darüber, wieso Teens und Jugendliche den Weg in die Gemeinde nicht mehr finden. Aber Generationen, die in getrennten Räumen Gottesdienst feiern, sind eigentlich ein Phänomen des 20. Jahrhunderts.

In der Bibel: Gott gemeinsam erlebt

In der Bibel sieht das Ganze etwas anders aus. Gott stellt sich als Gott der Generationen vor und sagt: Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs (2. Mose Kapitel 3, Vers 6). Immer wieder werden Generationen erwähnt, welche voneinander und miteinander lernen: Beim Auszug aus Ägypten fordert Gott sein Volk auf, ein Fest zu feiern und dies jährlich zu wiederholen, um sich an das zu erinnern, was er für sie getan hat (2. Mose Kapitel 12, Vers 17). Ganz klar, bei diesem Fest waren Alt und Jung dabei. Nach der Durchquerung des Jordans fordert Gott Josua auf, Steine aus dem Jordan mitzunehmen und sie zu einem Monument aufzubauen, damit künftige Generationen von Kindern ihre Eltern fragen könnten, warum diese Steine hier stehen (Josua Kapitel 4, Verse 1-8). Auch bei der Einweihung des Salomonischen Tempels war das ganze Volk Israel dabei (1. Könige Kapitel 8) und feierte dieses grosse Ereignis gemeinsam. Die Generationen lebten zusammen und erlebten Gott gemeinsam.

In Apostelgeschichte 2 lesen wir, dass alle, die an Jesus glaubten, zusammen lebten und alles teilten. Wenn alle zusammen waren, müssen da auch Familien mit Kindern dabei gewesen sein. In Apostelgeschichte Kapitel 16 und Kapitel 18 werden zwei Männer erwähnt, die gläubig wurden, der Kerkermeister und der Synagogenvorsteher. Beide glaubten und liessen sich taufen, zusammen mit allen in ihrem Haus, ihrem ganzen Haushalt. In biblischen Zeiten, und auch noch lange danach, bestand die Familie nicht nur aus Eltern und zwei bis drei Kindern, sondern schloss weitere Angehörige, Grosseltern, Onkel und Tanten und die Dienerschaft mit ein, welche auch hier Gott gemeinsam erlebten.

Gott gab der älteren Generation auch den Auftrag, das, was sie wusste und mit ihm erlebt hatte, an die Kinder weiter zu geben (Psalm Kapitel 78 und 5. Mose Kapitel 6 Vers 7). Die Jungen lernten von den Alten, die Eltern unterrichteten ihre Kinder, was natürlich, wie wir in 5. Mose Kapitel 6 sehen, auch bedeutete, Zeit miteinander zu verbringen. Nur so ist es möglich, mit den Kindern beim Aufstehen, beim ins Bett gehen, beim Essen am Tisch und beim Unterwegssein über Gott zu reden.

Gott brauchte aber manchmal auch ein Kind, um einem oder mehreren Erwachsenen etwas zu zeigen. Die kleine Sklavin machte Naeman darauf aufmerksam, dass der Gott Israels ihn heilen könnte (2. Könige Kapitel 5). Als die ganze Armee vor dem Riesen Goliath verzagte, kam der Hirtenjunge David, machte klar, was Sache ist und besiegte den Feind (1. Samuel Kapitel 17), und als die mehr als 5000 Leute hungrig waren, gab ein kleiner Junge sein Picknick ab und sah zu, wie Jesus dies brauchte, um alle Leute satt zu machen (Johnannes Kapitel 6 Vers 9).

Christliche Generationen gemeinsam unterwegs

Generationen haben gemeinsame Erlebnisse gemacht, haben miteinander Zeit verbracht, reisten zu Fuss gemeinsam von einem Ort zum anderen und haben dabei miteinander gesprochen. Bei King's Kids entwickelten wir ein Programm für 12- bis 13-jährige Preteens. Eines der Programmelemente ist, zuhause mit den Eltern über das Gelernte auszutauschen und von den Eltern zu hören, wie es damals für sie war oder was sie zu einem Thema denken. Wir hörten danach von Eltern, dass ihnen dies half, auch in der Teenagerzeit und darüber hinaus mit ihren Kindern im Gespräch zu bleiben.

In der Gemeinde kann das bedeuten, gewisse Strukturen zu ändern, Platz zu schaffen für die Kinder und Teens im Gottesdienst und gemeinsame Aktionen zu planen, wo sich die Generationen treffen und miteinander unterwegs sein können. Das kann ein Strasseneinsatz sein, eine Päckliaktion für Osteuropa, oder ein gemeinsamer Missionseinsatz als Familie oder Gemeindegruppe.

Die Leiterin einer Jugendbewegung meinte kürzlich: «Was junge Leute suchen, ist Familie, das erleben sie oft auch zuhause nicht mehr.» Das können wir als Gemeinden anbieten, nicht als «Besserwisser», die ein abschätziges «OK Boomers» erhalten, sondern als Familie, die gemeinsam unterwegs ist und mit- und voneinander lernt.

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