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«Neutral Gott gegenüber»

Wenn religiöse Gefühle verloren gehen

«Ich war früher super-religiös», erklärt die US-Sängerin Billie Eilish. Irgendwann ging ihr Glaube dann verloren. Heute nennt sie sich «religiös neutral». Sind religiöse Empfindungen und Glaube dasselbe?

Billie Eilish
Quelle: Wikipedia

Aus irgendeinem Grund war die Singer-Songwriterin Billie Eilish («Bad Guy») als Kind «super-religiös», wie sie kürzlich in einem Podcast auf Apple Music im Gespräch mit ihrem Vater, Patrick O'Connell, erklärte. «Meine Familie war nie religiös. Ich kannte niemanden, der religiös war. Aber als kleines Mädchen war ich aus irgendeinem Grund unglaublich religiös», erklärte sie.

Und dann: «An einem Punkt, ich weiss nicht was geschah – es war einfach völlig weg.» Ihre religiösen Gefühle verschwanden, und eine Zeitlang kippten sie fast ins Gegenteil über: «Genauso grundlos wurde ich fast anti-religiös.» Heute bezeichnet sie sich als «weder gläubig noch ungläubig – einfach neutral Gott gegenüber». Sie liebt den Gedanken, dass es einen Gott geben könnte, aber: «Ich weiss es nicht. Niemand weiss es.»

Religiöse Gefühle

Ihre Story mag die von vielen sein. Kinderglaube – und dann plötzlich weg. Was geschieht hier? Das Muster ist: «Als Kind war alles so einfach, Gott war da, ich fühlte mich bei ihm geborgen und hatte ihn lieb. Als ich erwachsen wurde, sah die Welt anders aus – und die schönen Gefühle verschwanden. Zweifel kamen. Heute weiss ich nichts mehr so genau.»

Natürlich ist jede Lebensgeschichte anders. Eins aber wird deutlich: Religiöse Gefühle (die in vielen Menschen von Natur aus da sind) sind schön, aber sie reichen nicht. Wir verändern uns. Wenn die Kinderwelt zusammenbricht, kommen Enttäuschungen, Schmerzen, neue Erfahrungen. Irgendwann kann dann auch der Kinderglaube den Bach runtergehen – wenn er nicht einen festen Grund hat.

An der eigenen Krawatte festhalten

Wer nur seine eigenen religiösen Gefühle hat, gleicht einem Mann, der im schaukelnden Bus versucht, sich an seiner eigenen Krawatte festzuhalten. Glaube im Sinn des Evangeliums hingegen ist wie die Haltestange, die man ergreift, wenn das Leben einen durchschüttelt.

Die Bibel legt von A bis Z Wert auf reale Geschehen in Raum und Zeit; einen Gott, der nicht in meiner eigenen Seele hockt, sondern unabhängig von mir und von der Welt da ist, spricht, handelt. Er war vor mir da und wird mich auch überleben. Ich stehe nicht auf dem Boden meiner Gefühle, sondern glaube auf der Basis von Realitäten.

«Persönlicher» Glaube – und doch mehr

Es ist gut, von einem «persönlichen Glauben» zu reden: Glaube ist nicht eine allgemeine Religion an ein allgemeines Höheres Wesen, sondern eine persönliche Überzeugung und Beziehung zu Gott. «Persönlicher Glaube» bedeutet aber nicht, dass der Glaube nur in meiner Seele sitzt und dass mich nur das hält, was ich innerlich spüre. Unsere über-individualisierte Zeit fällt hier gern auf der anderen Seite vom Pferd. Christlicher Glaube ist immer ein Festhalten an einem Gott, der, obwohl unsichtbar, aber sehr geschichtlich handelt. Mitte des Glaubens ist der versöhnende Tod seines Sohnes Jesus von Nazareth, dessen Kreuz in Raum und Zeit in den Boden Palästinas gerammt war und der sehr sichtbar, sehr berührbar, sehr körperlich und real auferstand und genau so heute lebt.

Schön, wenn Sie religiöse Gefühle haben. Aber bauen Sie Ihren Glauben nicht darauf. Glauben ist nicht primär Spüren, sondern Wissen durch Beziehung. Suchen und leben Sie die Beziehung zu einem Gott, der auch da ist, wenn wir ihn nicht spüren. Jesus Christus ist seine ausgestreckte Hand und nur ein Gebet entfernt.

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