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Schweizerinnen in Bulgarien

«Wo werden bei uns 200 Menschen getauft?»

Namentlich von Flüchtlingen hörte Conny Brizza nicht nur Gutes über Bulgarien. Sie wollte sich selbst ein Bild über die Lage im Land am Schwarzen Meer machen. Neben Schwierigem entdeckte sie auch packende Aufbrüche. So traf sie einen Pastor, der in den letzten Jahren 200 Menschen taufte.

Taufe in Bulgarien
Quelle: Livenet

Von Flüchtlingen hörte Conny Brizza «viel Schlimmes über Bulgarien, es klang sehr bedrohlich.» Deshalb wuchs in ihr der Wunsch, sich selbst ein Bild vor Ort machen zu gehen und einheimische Christen zu unterstützen und zu ermutigen. Zusammen mit Sarah Müller aus der gleichen Gemeinde zog sie vor wenigen Tagen in dieses osteuropäische Land.

«Wir hatten eine Kontaktperson und gingen zuerst nach Sofia.» Dort trafen die beiden Schweizerinnen Professor Detschko Svilenov (75). «Er ist 1982 Christ geworden.» Der Mediziner war in der Forschung tägig, verzichtete dann aber auf ein gutes Angebot aus Deutschland. «Er ging zurück nach Bulgarien und schmuggelte Bibeln. Über die Jahre verteilte er 236'000, darunter an sämtliche Politiker. Bei einer Aktion verbreitete er gemeinsam mit Professor Werner Gitt 20'000 Bibeln.» Unter anderem half er, eine christliche TV-Station aufzubauen.

Asyl in London abgelehnt

«Wir trafen Ali Dini, der einst Dealer und Mörder war. 15 Jahre verbrachte er danach im Gefängnis. Doch er fand zu Christus und wurde getauft», berichtet Conny Brizza von dieser Begegnung. Er wurde Pastor und taufte in den letzten drei Jahren 200 Menschen. «Heute hilft er Flüchtlingen, die Farsi sprechen.» Er selbst lehnte Asyl in London ab.

Die beiden Besucherinnen aus der Schweiz machten sich zu einem berüchtigten Gefängnis, um vor Ort zu beten. «Wir gingen darum herum und beteten, wurden dann aber weggewiesen.»

Im Obdachlosenheim geschlafen

Anschliessend fuhren Conny Brizza und Sarah Müller nach Burgas ans Schwarze Meer. «Dort hörten wir von einem Gemeindegründer, der 200 Gemeinden gegründet hatte. Er wollte bis nach China gehen um das Evangelium weiterzutragen. Doch er starb, gefangen in Sibirien.»

Einmal schliefen die beiden in einem Obdachlosenheim. «Der Leiter sagt, dass die Menschen hier nicht verwöhnt werden, so dass ein Anreiz geschaffen wird, um aus der Lage auszubrechen.»

In Bulgarien entdeckten die beiden nicht nur Herausforderungen, sondern auch Aufbrüche. «Wo gibt es bei uns Gemeinden, wo 200 Menschen getauft werden?»
Den Kontaktpersonen gaben die beiden 50 Brillen und Medikamente um diese dort einzusetzen, wo es am nötigsten ist.

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