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Entführungsfälle Pakistans

Asia Bibi setzt sich für 14-jährige Christinnen ein

Hunderte christliche Mädchen werden jährlich in Pakistan entführt und zwangsverheiratet. Bekannt wurde in den letzten Wochen der Fall der 14-jährigen Maira Shahbaz. Jetzt apellierte Asia Bibi an Pakistans Premier.

Asia Bibi
Quelle: © Aid to the Church in Need
Huma Younus
Quelle: © Aid to the Church in Need

Vor wenigen Wochen wurde der Fall des 14-jährigen Mädchens Maira Shahbaz bekannt, die von einem pakistanischen Gericht gezwungen wurde, bei ihrem Entführer zu bleiben, den sie zuvor unter Zwang heiraten musste. Nach Urteilsspruch floh das Mädchen (Livenet berichtete).

«Niemand sollte so leiden»

Nun hat sich die mittlerweile weltweit bekannte Christin Asia Bibi eingeschaltet, die fast zehn Jahre in einer Todeszelle Pakistans sass, weil sie angeblich Mohammed beleidigt hatte (Livenet berichtete). Bibi, die nach ihrer unerwarteten Freilassung 2018 mittlerweile in Kanada mit ihrer Familie Asyl erhalten hat, forderte Pakistans Premierminister Imran Khan zur Handlung auf, insbesondere im Falle der Entführungen von Maira Shahbaz und Huma Younus, Mädchen aus christlichen Familien, die beide erst 14 Jahre alt sind. «Ich weiss, dass diese Mädchen verfolgt werden und ich appelliere an den Premierminister Pakistans, Imran Khan; helfen Sie bitte unseren jungen Mädchen, denn niemand von ihnen sollte so leiden müssen», erklärte Asia Bibi gegenüber der Organisation «Aid to the Church in Need» (ACN).

Sowohl Maira als auch Huma wurden entführt und daraufhin gezwungen, zum Islam zu konvertieren und ihren Entführer zu heiraten. Maira gelang nach einer Gerichtsverhandlung die Flucht, doch sie befindet sich jetzt im Untergrund und fürchtet um das eigene Leben und das ihrer Familie. Humas Entführung fand bereits im vergangenen Oktober statt, sie lebt seither bei ihrem Entführer.

Bei Gründung wurde Religionsfreiheit garantiert

In ihrem Apell erklärte Asia Bibi weiter: «Im Moment der Gründung von Pakistan und der Trennung von Indien garantierte unser Gründer Ali Jinnah in seiner Eröffnungsrede allen Bürgern Religions- und Meinungsfreiheit. Doch heute gibt es einige Gruppen, welche die existierenden Gesetze für sich gebrauchen und so appelliere ich an den Premierminister Pakistans – insbesondere für die Opfer des Blasphemiegesetzes und die Mädchen, die unter Zwang konvertieren mussten – die Minderheiten zu schützen, die ebenfalls pakistanische Bürger sind.»

Asia Bibi war die erste Frau in Pakistan, die wegen Blasphemie zum Tod verurteilt wurde. Nach einem Berufungsprozess, der Jahre dauerte, befreite das Oberste Gericht Pakistans sie von allen Anklagepunkten und machte das Todesurteil im Oktober 2018 rückgängig. Seit ihrer Entlassung setzt sie sich aktiv für Christen und andere religiöse Minderheiten in Pakistan ein.

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