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Aller guten Dinge sind 1'638

Ägypten erteilt 70 Kirchen Rechtsstatus

Vor wenigen Tagen verlieh ein Regierungskomitee unter der Leitung des ägyptischen Premierministers Mostafa Madbouly 70 Kirchen einen legalen Status. Somit sind nun im einstmals christlichen Land 1'638 Kirchen legalisiert. Doch die Bedrohung für die Kirchen ist noch nicht vorbei.

Deutsche lutherische Kirche in Kairo
Quelle: https://cityseeker.com

Der im Januar 2017 gegründete Ausschuss für die Legalisierung von noch nicht zugelassenen Kirchen setzt sich aus verschiedenen Ministerien zusammen sowie aus Vertretern der lokalen Behörden und der christlichen Gemeinschaft. Seither hat der Ausschuss 1'638 Kirchen legalisiert.

Doch erst am Mittwoch haben lokale Behörden in Koum Al-Farag nach Protesten ein Kirchengebäude abgerissen, berichtete die britische Organisation «Christian Solidarity Worldwide». In dieser Kirche wurden 15 Jahre lang Gottesdienste abgehalten, bis örtliche Muslime vor einigen Jahren eine Moschee neben dem Gebäude errichteten. Nach dem Gewohnheitsrecht Ägyptens können Kirchen nicht formell anerkannt werden oder christliche Symbole tragen, wenn neben ihnen eine Moschee gebaut wird…

Subtile Formen der Nötigung

Kritiker des Ausschusses argumentieren, dass es bei der Erteilung der Genehmigung für die Kirchengebäude, die noch auf der Liste stehen und auf ihre Legalisierung warten, zu langsam voran gehe.

Die Lage für Christen habe sich aber nach Jahrzehnten des Drucks verbessert, sagte der koptische Bischof Kyrillos William unlängst.

In Ägypten, das auf Rang 16 des Weltverfolgungsindex von Open Doors steht, erleben Christen vor allem im Alltag subtile Formen der Nötigung, besonders in ländlichen Gebieten.

Keine christlichen Nationalspieler

Ein Beispiel zeigt sich im Fussball, der wichtigsten Sportart des Afrika-Cup-Rekordsiegers Ägypten. Bei der jüngsten Austragung im vergangenen Jahr fand sich einmal mehr kein einziger Christ im Nationalteam.

Isaac (Name geändert), ein einheimischer Gemeindeleiter erklärt: «Die Leute, die bei den wichtigsten Profi-Clubs die führenden Positionen innehaben, sind fanatisch. Christen sind deshalb nicht in diesen Mannschaften zu finden.»

Somit können sie sich gar nicht erst in die besten Teams vorarbeiten und das Leistungsniveau erhalten, das nötig wäre, um den Sprung ins Nationalteam zu schaffen.

«Christen gelten nicht als wahre Ägypter und als Ungläubige.» Entsprechend haben Mitglieder dieser Zehn-Prozent-Minderheit kaum eine Chance auf leitende Positionen in Militär, Polizei oder Geheimdienst. «Es gibt ein paar Polizeioffiziere, aber prozentual gesehen sind sie deutlich untervertreten.»

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