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Aufbrüche in Irland

«Gott ist irrelevant geworden, aber …»

Das katholische Irland hat sich grösstenteils von der Institution der katholischen Kirche abgewandt. Gott interessiert nur noch wenige. Doch gleichzeitig wachsen Migrantengemeinden und auch katholische Priester bekommen eine neue Vision.

Rumänische Pfingstgemeinde in Dublin
Quelle: Facebook

Irland ist wohl eines der traditionell katholischsten Länder Europas; es wurde früher sogar als «katholischstes Land der Welt» bezeichnet. Noch Mitte des vergangenen Jahrhunderts ging fast jeder Ire regelmässig in die Kirche. Ire und Katholik, diese zwei Worte waren Synonyme, erklärt der Leiter der Evangelischen Allianz Irland, Nick Park. Doch in den vergangenen Jahrzehnten hat die Kirche an Bedeutung verloren. Ein Gemeindeleiter sagt sogar, Gott sei für die Iren irrelevant geworden. Dazu kamen Skandale von sexuellem Missbrauch, welche den Iren das letzte bisschen Vertrauen in diese Institution genommen hätten.

Mittlerweile haben die Iren Abtreibung und gleichgeschlechtliche Ehen legalisiert und einen offen homosexuellen Premierminister gewählt. Und die katholische Kirche ist heute in Worten von Paddy Monaghan der Evangelisch-Katholischen Initiative «eine Minderheitenkirche».

Wachstum in Pfingstgemeinden

Doch während die offizielle Kirche immer mehr an Bedeutung verliert, wachsen Freikirchen, insbesondere Migrantenkirchen. Da ist etwa die rumänische Pfingstgemeinde «Bethany Church», die grösste Kirche des Landes. Sie besteht überwiegend aus rumänischen Gastarbeitern – und ihr Wachstum ist nicht zu stoppen. Ein neues Gebäude hat die Kapazität für 1'500 Besucher. «Wir beten für dieses Land, wir fasten für dieses Land und ich glaube, dass Gott einen Plan hat, dass wir zum Segen für dieses Land werden, damit mehr Menschen Gott kennenlernen und gerettet werden – denn Gott liebt Irland», so der Pastor der Gemeinde, Valerian Jurjea.

Auch die zweitgrösste Kirche Irlands ist eine rumänische Pfingstgemeinde. Pastor Jurjea erinnert sich, dass während des Kalten Krieges Iren Bibeln ins kommunistische Rumänien schickten. «Jetzt kommen diese Bibeln zurück.»

Irische Jugendliche glauben weiterhin

Auch afrikanische Migrantengemeinden wachsen in Irland, etwa die nigerianische «Redeemed Christian Church of God». Sie hat mittlerweile allein in Irland über 100 Gemeinden mit insgesamt über 8'000 Mitgliedern.

Doch nicht nur Migranten halten am Evangelium fest; es gibt immer noch viele Iren, die an die Bibel glauben. «Unter den irischen Jugendlichen gibt es etwa siebzig Prozent, die wirklich glauben, dass Jesus von den Toten auferstanden ist», berichtet Nick Park. «Sie glauben an den Himmel und die Hölle, sie glauben, dass Jesus der menschgewordene Sohn Gottes war.»

Aufbruch unter Katholiken

Und durch die Bewegung in den Pfingstgemeinden wachsen auch einige der traditionell katholischen Gemeinden. «Es gibt ein geistliches Erwachen in unserem Land», berichtet Monaghan. «Priester werden wiedergeboren und mit dem Heiligen Geist erfüllt und bekommen eine Vision dafür, was möglich ist. Es gibt in diesem Land dieses geistliche Erbe, das der Satan zerstören möchte, aber ich glaube, es wird wieder aufbrechen.»

Auch Nick Park sieht diese Entwicklung. «Ich glaube, (…) dass Irland immer noch die Berufung hat, ein Land zu sein, das Missionare aussendet. Und ich glaube, dass Irland diese Rolle wieder einnehmen wird.»

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