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Trotz Distanz

Online-Gottesdienst eint Häftlinge und ihre Familien

Während der Corona-Pandemie gelten in Grossbritannien Besuchsverbote in Gefängnissen. Ein gemeinsamer Gefängnisgottesdienst soll nun diese Trennung überbrücken – unter Mitarbeit vom Personal und Häftlingen.

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Quelle: unsplash.com

Mit der Pandemie und Lockdown-Massnahmen sind an vielen Orten auch Besuche in Gefängnissen nicht mehr möglich. Die Kirche von England hat genau dieses Problem gesehen und angegangen: Ab sofort wird jeden Sonntag ein nationaler Gottesdienst in Gefängnissen im ganzen Land per Fernsehen und Radio übertragen, während Freunde und Verwandte der Häftlinge den Gottesdienst online von zu Hause aus sehen können. Die Idee dahinter: Der Gottesdienst soll als verbindendes Glied zwischen Gefangenen und ihren Familien dienen, damit sie in gewisser Weise «gemeinsam» im Gottesdienst Gott erleben können.

Mitarbeit von Seelsorgern und Häftlingen

Das Besondere am Ganzen: Die Gottesdienste werden selbst in drei Haftanstalten Grossbritanniens aufgenommen mit Beiträgen vom Gefängnispersonal sowie den Gefängnisseelsorgern. Häftlinge steuern Gebete, persönliche Gedanken und Kunstwerke bei.

Lucy Frazer, beim britischen Justizministerium als Ministerin für Gefängnisse und Bewährung tätig, freut sich über diese kreative Idee. «Es ist wunderbar, Beispiele zu sehen, wie es die Technologie den Häftlingen ermöglicht, sich aus der Entfernung mit ihren Familien zu verbinden und ich freue mich, dass wir das weiterhin tun können durch unseren allerersten virtuellen Gefängnisgottesdienst.»

Getrennt und doch zusammen

Der erste dieser Gottesdienste fand am vergangenen Sonntag unter dem Thema «Hoffnung» statt unter der Leitung von Rev. Helen Dearnley, Anglikanische Seelsorge-Beraterin für den Gefängnis- und Bewährungsdienst. Dearnley betonte gegenüber Premier, dass Häftlinge und Angehörige so am selben Gottesdienst teilnehmen konnten, trotz Social Distancing: «Familien konnten gleichzeitig zuhören, sie erhielten dasselbe Gottesdienstblatt zum Mitlesen, sie sangen dieselben Hymnen und hörten dieselben Gebete, die von den Häftlingen selbst geschrieben wurden.»

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