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Nationalrat im Interview

«Der Glaube an Jesus Christus begleitet mich jeden Tag»

Erich von Siebenthal steht als Nationalrat oft in der Öffentlichkeit. Der Glaube gebe ihm die nötige Kraft und Gelassenheit, um seine täglichen Herausforderungen zu meistern. Jesus.ch unterhielt sich mit von Siebenthal über sein politisches Engagement und seinen Glauben.

Erich von Siebenthal
Quelle: zVg
Erich von Siebenthal mit seiner Frau Maria
Quelle: zVg

Erich von Siebenthal, wir berichten auf unserem Internetportal und in unserer Zeitung, dass keiner die Welt so stark beeinflusst hat wie Jesus. Was halten Sie von dieser Aussage?
Erich von Siebenthal: Ja, das trifft absolut zu. Es ist ein grosses Geschenk für diese Welt, dass Gott seinen Sohn Jesus Christus in die Welt gesandt hat! Das feiern wir ja an Weihnachten, auch wenn es manchmal fast etwas untergeht. Es ist wichtig, dies nicht zu vergessen und auf Jesus hinzuweisen, denn er hat uns mit Gott versöhnt. Seither steht jedem der Weg offen, mit Gott eine Beziehung zu haben. Das ist für mich persönlich der wichtigste Halt im Leben!

Wie erleben Sie Jesus denn konkret in Ihrem Alltag?
Der Glaube an Jesus Christus begleitet mich jeden Tag. Ich darf teilhaben an dieser Hoffnung, die er versprochen hat. Und durch das Gebet und den Glauben erlebe ich auch immer wieder, wie seine Kraft mich trägt. Auch in meinen täglichen Herausforderungen als Politiker vertraue ich auf ihn, dass er mir die richtigen Gedanken und Worte eingeben wird. Mir ist enorm wichtig, dass ich so unterwegs sein darf. Dank meinem Vertrauen auf Gott habe ich Boden unter den Füssen und kann einiges ertragen.
 
Erfahren Sie denn als Nationalrat, der bewusst mit Gott im Bundeshaus Politik macht, einen starken Gegenwind?
Es gibt manchmal schon etwas Gegenwind, aber das stört mich nicht. Wesentlich ist, dass ich eine klare Linie verfolge und nicht Slalom fahre. Meine Erfahrung ist, dass viele in der Bevölkerung oder auch im Bundeshaus kein Problem damit haben, wenn man klar Farbe bekennt. In meinem Fall ist es so, dass ich mich auf die Bibel als Fundament im Leben verlasse. Deshalb setze ich mich – nebst vielen anderen Anliegen – auch für verfolgte Christen und für gute Beziehungen der Schweiz zu Israel ein. Wichtig ist, dass man nicht nur fromm redet, sondern das auch privat zu leben versucht. Da erlebe ich, dass Jesus mir Tag für Tag hilft, diesen Weg zu gehen, obwohl ich auch Fehler mache und auf Vergebung angewiesen bin.

Ist dieses Einflussnehmen etwas, das Sie immer schon angestrebt haben?
Ich wurde stark durch mein Elternhaus geprägt: Meine Eltern zeigten mir, was Toleranz und Offenheit heisst. Schon als Jugendlicher habe ich viel mit meinem Vater über Politik diskutiert. Ich hätte nie ein solches Amt angestrebt, weil ich mir das auch nicht zugetraut hätte. Aber die Umstände wollten es, dass ich 2002 von meiner Partei für die Grossratswahlen angefragt wurde, obwohl ich zuvor noch nie eine Wahl bestritten hatte. Ich sagte ihnen, es gebe bestimmt andere, die besser geeignet wären, aber ich wollte auch nicht Nein sagen, da ich ja von Zuhause aus gewohnt war, Verantwortung zu übernehmen. So kam ich auf diese Liste und wurde gewählt. Ich staune noch heute, dass ich als Bergbauer vom Saanenland immer wieder offene Türen für wichtige Aufgaben vorfinde und auch politische Mehrheiten für meine Anliegen gewinnen kann. Für mich ist es ein Privileg, dass ich vor allem auch das Berggebiet auf diese Art vertreten darf.

Man hört manchmal Stimmen, die sagen, unsere Welt wäre ohne Religion friedlicher. Was denken Sie darüber?
Das ist eine reine Spekulation, da wir alle nicht abschätzen können, wie es genau wäre ohne unsere christlichen Wurzeln. Klar ist, dass die Botschaft der Bibel ein Teil unserer heutigen Gesellschaft ist; das hat auch die Auseinandersetzung im Zusammenhang mit dem Gedenkjahr «500 Jahre Reformation» klar aufgezeigt. Diesen Herbst haben in Gstaad sicher einige Menschen den «Zwingli»-Film im Kino wie auch den Reformationsgarten im Kirchgemeindehaus erlebt. Da konnte man eindrücklich sehen, wie die Bibel eine Grundlage für ein gutes Zusammenleben legte. Sicher gibt es auch Dinge in der Kirchengeschichte, die schlecht waren, und der Glaube gibt auch nicht auf alles eine Antwort. Aber wenn ich nicht den Glauben hätte, der auf die Ewigkeit hinweist, wenn wir einmal bei Gott leben dürfen, würde mir etwas Entscheidendes fehlen. Da müsste ich mich schon fragen, was diese 60 bis 80 Jahre hier genau sollen. Was wäre denn der Sinn im Leben? Also, ich möchte diese Dimension auf keinen Fall verpassen.

Welchen Beitrag leisten aus Ihrer Sicht die Landes- und Freikirchen zum Zusammenleben und zum Wohl der Region?
Die Jugendarbeit, die in diesen Kirchen angeboten wird, ist sehr wertvoll. Und auch die Seniorenaktivitäten werden gut genutzt. Die Zusammenarbeit im Bereich von Gottesdiensten funktioniert, wie etwa der gemeinsame Anlass zum Reformationsjubiläum in der Kirche Saanen diesen November gezeigt hat. Da war die Kirche fast bis auf den letzten Platz besetzt. Als Einheit aufzutreten, ist aber immer wieder eine Herausforderung, da es unterschiedliche Ansichten und menschliche Differenzen zu überbrücken gilt. In unserer Region hat der christliche Glaube sicher noch einen beachtlichen Stellenwert. Trotzdem finde ich es eine gute Ergänzung, dass eine solche Zeitung (Anm. der Red.: Regionalausgabe der «Influencer Nr. 1»-Zeitung) erscheint, in der die Menschen noch mehr über Jesus erfahren können. Gleichzeitig gibt es noch viele Menschen, die auf der Suche nach Lebenssinn sind. Die Herausforderung ist, dass jeder einzelne Christ in der Region einen guten Kontakt zu seinen Mitmenschen pflegt und den Glauben vorlebt. Da sind wir alle täglich gefordert!  

Hinweis zu den Regionalausgaben «Influencer Nr. 1»:

Im Jahr 2019 erschienen sieben Regionalausgaben der «Influencer Nr. 1»-Zeitung, von denen auch das Interview mit Erich von Siebenthal Teil war. Hier können Sie diese Ausgaben bestellen oder lesen.

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