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Zur Hilfe berufen

Farideh, Jesus und der Bär

Farideh ist eine so strenge Muslimin, dass es sogar ihren Eltern zu streng erscheint. Verkrampft versucht sie, alle Regeln einzuhalten – und ist dennoch von Angst geplagt. Dann träumt sie von einem Bär…

Bär
Quelle: unsplash.com

An einem geheimen Ort, irgendwo im Nahen Osten, sitzen zwölf junge Christen vor einer weissen Tafel – sie werden in Trauma-Seelsorge geschult, eine Schulung der Organisation Open Doors. Eine der zwölf Schüler und zukünftigen Gemeindeleiter ist Farideh (Name geändert).

«Noch vor fünf Jahren war ich eine fanatische Muslimin und versuchte, jede Regel einzuhalten», berichtet Farideh. «Wenn ich aus dem Haus ging, war mein ganzes Gesicht verschleiert, nur meine Augen waren sichtbar. Sogar meine Eltern dachten, ich war etwas zu streng.» Und das, obwohl sie in einem sehr streng islamischen Umfeld aufwuchs.

Doch hinter dem Schleier steckte ein zerbrechliches Mädchen mit Selbstmordgedanken. «Ich hatte das Gefühl, kein Ziel im Leben zu haben», erinnert sie sich. «Ich verletzte mich selbst, um die Ängste zu verscheuchen. Und obwohl ich so versuchte, eine gute Muslimin zu sein, hatte ich immer die Sorge: Wo komme ich hin, wenn ich sterbe?»

Jesus und der Bär

Dann geschah das Erstaunliche: Ihr Vater kam zum Glauben an Jesus Christus. Für Farideh eigentlich unvorstellbar. Dennoch begann sie, ihren Vater zu löchern. «Ich war nicht an diesem Jesus interessiert. Ich fragte ihn viel, aber das machte ich nur, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen, denn danach sehnte ich mich…»

Eines Nachts, geplagt von ihren Ängsten, schrie Farideh wieder zu Allah oder einem anderen Gott, der sie hören würde. In dieser Nacht erschien ihr Jesus in einem Traum. «Ich träumte, dass ich von einem Bär verfolgt wurde. Meine Schreie nach Allah bewirkten nichts. Aber dann erinnerte ich mich an diesen Jesus, über den mein Vater sprach, und rief seinen Namen. Und zu meinem Erstaunen verschwand der Bär.» Der Traum beeindruckte sie sehr – und sie gab ihr Leben Jesus.

Traumaseelsorgerin

Einfach ist ihr Leben seither nicht. Sie muss ihren Glauben geheim halten, und besucht heimlich eine Untergrundkirche. Geholfen haben ihr dabei die Schulungen von Open Doors. Das Ziel der Organisation ist es, in der Region bis 2020 zwanzig Untergrundgemeinden zu gründen. Die jungen Christen, die geschult werden, sollen entweder als Leiter oder in anderer Weise in diesen neuen Kirchen dienen. Auch Farideh. «Gott hat mich berufen, traumatisierten Menschen der Untergrundkirche zu helfen», sagt sie. «Ich habe niemanden in meiner kleinen Hauskirche, der mir helfen kann, aber ich möchte diese Hilfe in der Zukunft jemand anderem geben.» Deshalb besucht sie die fünftägigen Schulungen, in denen sie nicht nur Trauma-Seelsorge lernt, sondern auch die Bibel studiert. Das hat ihr selbst zu Hause in stressigen Situationen geholfen.

«Hierher zu kommen ist für mich, als ob ich aus der Dunkelheit ins Licht trete», sagt Farideh über die Schulung. Beim abendlichen Lobpreis schliesst sie die Augen, hebt die Hände und wispert ihre Gebete. In wenigen Tagen muss sie wieder zurück nach Hause. Aber sie fühlt sich erfrischt, aufgetankt und weiss, dass egal was geschieht, sie nicht allein ist – Jesus geht mit.

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