Nach rituellem Missbrauch

«Ich dachte, ich sei ein riesiger Fehler»

Ihre Kindheitserinnerungen würde Jennifer Bonnette am liebsten vergessen. Sie war in satanische Rituale verwickelt. «Es gab sexuelle Dinge, die ich tun musste. Ich habe mich selbst gehasst. Ich fühlte mich so allein.»
Jennifer

Ihre Kindheitserinnerungen würde Jennifer Bonnette am liebsten vergessen. Sie war in satanische Rituale verwickelt. «Es gab sexuelle Dinge, die ich tun musste. Ich habe mich selbst gehasst. Ich fühlte mich so allein.»

Es waren Jennifers Eltern, die sie satanischen Ritualen aussetzten, zu denen auch Vergewaltigungen durch einen nahen Verwandten gehörten. Im Alter von acht Jahren schnitt sich Jennifer erstmals selbst, in der Hoffnung, dass der Missbrauch aufhören würde. Aber das war nicht der Fall. «Ich schnitt mich an meinen intimen Stellen. Ich dachte, wenn ich das getan hätte, würde ich dort auf jeden Fall in Ruhe gelassen werden.»

Aus dem Haus geworfen

Und dann waren da noch die Stimmen, die ihr sagten, dass sie so wertlos sei, dass selbst Gott sich nicht darum kümmere. «Ich dachte, ich sei ein riesiger Fehler und Gott würde versuchen, mich auszuschalten.»

Als Jennifer neun Jahre alt war, hatte der Missbrauch zwar aufgehört, aber der Schmerz und die Narben sollten sie noch jahrelang verfolgen. Sie war ein unruhiger, rebellischer Teenager, der mit 16 Jahren schwanger wurde. Daraufhin zwang ihre Mutter Jennifer zu einer Abtreibung und warf sie aus dem Haus. «Sie sagte mir, ich dürfe weder zu ihr noch zu anderen Familienmitgliedern Kontakt aufnehmen. All die Wut und der Hass haben mich angespornt, zu überleben.»

Sie zog bei der Familie ihres Freundes ein und heiratete. In den folgenden 16 Jahren lebte Jennifer in Abhängigkeit von Alkohol und Drogen. Ihr Mann missbrauchte sie sexuell und schlug sie manchmal bis zur Bewusstlosigkeit.

Mit dem Tod bedroht

Ihr Mann drohte, er würde sie umbringen, wenn sie ihn jemals verlassen würde. Jennifer war 34 Jahre alt und Mutter von vier Kindern, als sie schliesslich den Mut fand, aus dieser trostlosen Situation zu fliehen. Ihre beiden jüngsten Kinder nahm sie mit.

Nach einem kurzen Aufenthalt in einem Frauenhaus für misshandelte Frauen wurde sie obdachlos, nahm Oxycontin und spritzte sich Morphium. Die inzwischen geschiedene Jennifer verlor ihre Kinder an Pflegeeltern und verbrachte weitere zehn Jahre drogenabhängig in einer Reihe von psychiatrischen Kliniken und Reha-Einrichtungen. «Da waren diese immer wiederkehrenden Stimmen, die mich anklagten: 'Du bist ein Fehler!' Es war eine ständige Selbstzerstörung, und es wurde immer schlimmer.»

«Gott will bei dir einziehen»

Dann, im Alter von 44 Jahren, als sie in ihrem Auto lebte und als Kellnerin arbeitete, traf sie eine christliche Frau, die ihr anbot, bei ihr einzuziehen. Gott habe ihr aufs Herz gelegt, sie bei sich aufzunehmen. Dazu Jennifer: «Nach allem, was ich in meinem Leben durchgemacht hatte, dachte ich, ich könnte es ja mal versuchen. Was hatte ich noch zu verlieren?»

Jennifer versuchte erneut einen Entzug, der allerdings scheiterte. Diesmal hatte sie jedoch das Gefühl, dass es jemanden gab, der ihr helfen konnte. Sie betete: «Wenn es dich, Gott, gibt und du real bist, dann brauche ich dich. Denn ich kann nicht aufhören. Bitte hilf mir.» Danach lernte sie einen Pastor kennen, der ihr half, in ein christliches Rehabilitationsprogramm aufgenommen zu werden. Nach ein paar Monaten vertraute sie ihr Leben Jesus Christus an.

Völlig befreit

Jennifer durchlief ein 12-monatiges Jüngerschaftsprogramm, das ihr half, sich von ihren Süchten zu lösen und Heilung von ihrer Vergangenheit zu finden. «Mir wurde geholfen, meine Angst und Wut loszulassen. Sie halfen mir, den Schmerz der erlebten Traumata zu überwinden und ihn loszulassen.» Heute ist Jennifer mit Bobby verheiratet und arbeitet als Pastorin mit Frauen in einem christlichen Sucht-Rettungsprogramm.

«Alles, was ich mir mein ganzes Leben lang gewünscht hatte, erlebe ich jetzt in Jesus Christus, nämlich die Freiheit, die ich in ihm habe, und den Frieden, den ich durch ihn habe. Er ist der Einzige, der dich retten, befreien und erlösen kann. Es gibt eine Hoffnung, und sie hat einen Namen: Jesus Christus.»

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Datum: 10.01.2022
Autor: Michelle Wilson/Daniel Gerber
Quelle: CBN / Übersetzung Livenet.ch

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