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Präsident «untätig»

Nigeria: Über 16'000 Christen in weniger als 3 Jahren gewaltsam umgekommen

Ein neuer Bericht enthüllt, dass seit dem Juni 2015 über 16'000 Christen in Nigeria gewaltsam ums Leben gekommen sind, einschliesslich vieler Opfer von «Boko Haram» und Fulani-Hirten. Der Präsident wird der Untätigkeit angeklagt.

Muhammadu Buhari, Präsident von Nigeria
Quelle: Flickr

Die «International Society for Civil Liberties & the Rule of Law» hat eine Petition eingereicht, die den nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari auffordert, «aus seinem Schlummer aufzuwachen» und die Millionen von Christen in seinem Land endlich zu schützen. Der Bericht klagt den Präsidenten an, durch seine Passivität und «Körpersprache» die Gewalttaten von Fulani-Hirten und Boko Haram zu unterstützen.

Detaillierte Zahlen

Der Bericht wurde auch an US-Präsident Donald Trump und den Generalsekretär der Vereinigeten Nationen, Antonio Guterres, gesandt. Er enthält konkrete Opferzahlen: «Die geschätzten 16'000 Toten setzen sich zusammen aus 2'050 Opfern von direkter Staatsgewalt, 7'950 Opfern von Polizeigewahrsam oder Todesfällen in Gefangenschaft durch Rassenprofilierung und unprofessionelle Verbrechensbekämpfung, 2'050 Opfern von Boko Haram und 3'750 Opfern von Überfällen durch Fulani-Hirten». Hunderte von Kirchen seien ebenfalls zerstört worden.

Angriffe gegen Christen um 62 Prozent zugenommen

Der Bericht hält fest, dass seit Juni 2015 die Angriffe gegen Christen um 62% zugenommen haben; so seien allein im Dezember 2017 und Januar 2018 mindestens 350 Menschen, überwiegend Christen, in verschiedenen Staaten Nigerias durch Fulani-Hirten und Boko Haram umgebracht worden sind – dies trotz der Beteuerungen des Präsidenten, diese radikalen Gruppen auszumerzen.

«Vom Schlaf aufwachen»

«Mr. President muss von seinem Schlaf aufwachen und seine konstitutionellen Pflichten und Aufgaben endlich mutig und unparteiisch ausüben, um zu verhindern, dass Millionen von Christen in Nigeria ihre Verteidigung selbst in die Hände nehmen», erklärte die Gruppe.

Die «Christliche Vereinigung nigerianischer Amerikaner» (CANAN) hat ebenfalls ihre Enttäuschung über die Tatenlosigkeit von Präsident Buhari geäussert. Das bevölkerungsreichste afrikanische Land könne schnell «ruderlos» werden, wenn die Behörden sich weiterhin weigerten, Christen in der Gesellschaft den nötigen Schutz zu gewährleisten.

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