Thomas Gubser

Der Wander-Coach

Thomas Gubser ist Personalverantwortlicher des christlichen Sozialwerks Novizonte in
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Emmenbrücke. Zusätzlich hat er sich als Coach und Mentor selbständig gemacht. Sehr gerne kommt er mit seinen Klienten ins Gespräch, während sie sich draussen in der Natur bewegen. Dazu hat er sich zum Wanderführer ausgebildet.

«Ich bin ein Landkind», sagt Thomas Gubser (51). Das Wandern habe für ihn als Kind zu den Familienunternehmungen gehört. Seit Jahren nimmt er nun Freunde und Bekannte auf Touren mit, bisher kostenlos. «Ich plane und organisiere gern», erklärt Gubser. Er liebt es, spannende Wanderrouten vorzubereiten. In diesen Tagen führt der sportliche Unternehmer 13 Personen auf den Pilatus. Sie werden sieben bis acht Stunden gemeinsam unterwegs sein.

Coaching während des Spaziergangs

«Ich bin ein Bewegungsmensch», führt der 51-Jährige aus. Regelmässig geht er joggen, wandern oder spazieren. 2015 hat er einen ersten Coaching-Kurs belegt und war so begeistert, dass er den ganzen Lehrgang und anschliessend eine Ausbildung zum Betrieblichen Mentor mit eidgenössischem Fachausweis angeschlossen hat. In dieser Rolle berät er Angestellte bei Karriereschritten oder in Konflikten, intern oder im Auftragsverhältnis. Als Coach nimmt er Ratsuchende gerne mit auf einen Spaziergang oder eine Wanderung.

Mehr Menschen mitnehmen

In Zukunft will Thomas Gubser seine Leidenschaft intensiver ausüben und professionalisieren. Er bietet Touren gegen einen Unkostenbeitrag an. Sein Arbeitspensum bei Novizonte reduziert er auf 70 Prozent. «Viele Leute sind froh, wenn sie einfach mitkommen können», sagt Gubser. «Und ich freue mich, wenn ich andere zu mehr Bewegung motivieren kann.»

Blickt Thomas Gubser aus dem Bürofenster, sieht er die Alpenkette. Dann fällt es ihm manchmal schwer, am Schreibtisch sitzen zu bleiben. Dabei wird die Atmosphäre bei Novizonte auch von Besuchern als friedvoll beschrieben. Gubser erklärt: «Wir reden nicht so viel vom Glauben, aber wir leben seine Werte.» Offenbar wird das wahrgenommen. «Der Heilige Geist lebt in uns – das hat Auswirkungen», ist der zweifache Vater überzeugt. Er besucht mit seiner Familie eine Gemeinde der Bewegung Plus.

Gehen und zuhören

«Zu mir kommen Männer und Frauen, bei denen eigentlich alles im Lot ist», erklärt er. Sie wollten das «Eigentlich» genauer anschauen. Dann hört Thomas Gubser gut zu und vermittelt die gewünschte Aussensicht. Das gelingt auch während des Gehens. Oft sogar besser, als wenn man am Tisch sitzt und sich immer ansieht. «Ich muss mich allerdings noch mehr konzentrieren als in einem Zimmer, denn aufschreiben kann ich erst im Nachhinein», stellt der Wandercoach fest. Doch oft genüge es, genau hinzuhören und auf das Gesagte mit Fragen zu reagieren. Dann reichten die 60 bis 90 Minuten, die für ein Treffen veranschlagt seien.

In kleinen Schritten zum Glück

Ratschläge erteilt er keine, es sei denn, er wird darum gebeten. «Ich stelle Fragen, die aufzeigen, was das Gegenüber schon in sich trägt.» Aussicht, Pflanzen und Tiere, die ihm und seinem Begleiter auf der Wanderung begegnen, dienen oft zur Veranschaulichung eines Themas. Das begeistert den Wandercoach. «Coaching, Mentoring und Hiking» nennt er sein Angebot. «Mich interessieren Menschen», betont Thomas Gubser. Bewegung verbinde nachweislich die beiden Hirnhälften. Zudem höre er auf sein Bauchgefühl. Er grinst und sagt: «Das funktioniert auch bei uns Männern!» Es müsse nicht immer gleich um «grosse Umwälzungen im Leben» gehen, die ein Coaching anstosse. «Wenn jemand nach ein paar kleinen Schritten glücklich ist, freut mich das», strahlt Thomas Gubser.

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Datum: 26.07.2021
Autor: Mirjam Fisch-Köhler
Quelle: IDEA Schweiz

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